Denn das Potsdamer Stadtschloss lag inmitten des 800 Meter Durchmesser umfassenden Sperrkreises, innerhalb dessen bei einer möglichen Detonation der Weltkriegsbombe mit Schäden zu rechnen war.

"Potsdam hat Glück gehabt", sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke am Tag danach. Denn die bei Bauarbeiten gefundene Bombe war bei ihrem Fund schon von einer Baggerschaufel herabgefallen, ohne zu detonieren. Immerhin: Am Freitag beschloss der Bundesrat erneut eine Initiative aus Potsdam, nach der die Bundesregierung sich künftig an den Kosten der alliierten Munitionsentsorgung beteiligen soll.

Mehr als 330 Millionen Euro hat alleine das Land Brandenburg in den 25 Jahren seines Bestehens bislang für die Munitionsbergung ausgegeben - wovon nur gut ein Drittel vom Bund erstattet wurde. Denn die Bundesregierung zahlt nur für ehemals deutsche Munition.

Glück hatten am Donnerstag indes auch die Abgeordneten - das Glück vorzeitiger Ferien nämlich. Was viele Parlamentarier dann zu einem Gang über den Potsdamer Weihnachtsmarkt animierte: Die CDU-Fraktion verabschiedete eine langjährige Mitarbeiterin, und die Grünen mussten schlicht ein bisschen Zeit totschlagen. Denn nach dem Ende der Plenarsitzung hatte die Fraktion die gemeinsame Weihnachtsfeier eingeplant - auf der nach Aussage von Teilnehmern dann auch "Bombenstimmung" herrschte.