Der weltweite Proteststurm gegen FIFA-Dauerregent Joseph Blatter reißt auch eine halbe Woche nach der Wiederwahl nicht ab. Die EU-Kommission und die Bundesregierung fordern Veränderungen im Weltverband, ein ehemaliger FIFA-Vize verlangt Ermittlungen gegen den Schweizer, und der englische Verband will den Deutschen Fußball-Bund für einen WM-Boykott gewinnen. Eine Abspaltung Europas von der skandalumwitterten FIFA lehnt DFB-Präsident Wolfgang Niersbach aber weiter ab: "Wir wollen keine Verhältnisse wie beim Boxen, wo es mehrere Parallelverbände gibt. Das funktioniert nicht."

Vor dem Champions-League-Finale wollen die mehrheitlich Blatter-kritischen UEFA-Mitglieder ihre Strategie für die fünfte Amtszeit des FIFA-Präsidenten festlegen. Große Hoffnungen auf einen Masterplan hegt Niersbach jedoch nicht. "Ich habe keine zu hohen Erwartungen, denn die Fakten sind jetzt geschaffen", bekannte er. Englands-Verbandschef Greg Dyke rief Deutschland und andere wichtige Fußball-Nationen aus Protest gegen Blatter zu einem Verzicht auf die Weltmeisterschaft auf. Dieser müsse von mindestens "zehn großen Ländern" unterstützt werden, um Auswirkungen zu haben, sagte Dyke dem BBC Radio.