Die Opposition im sächsischen Landtag sieht trotz erhöhter Ausgaben für den Kampf gegen Drogen Handlungsbedarf. Das ist das Fazit einer Debatte am Mittwoch im Landtag. Angesichts der hohen Folgekosten durch Erkrankungen und ihre Behandlung sei der Etat für Suchtprävention wie ein "Tropfen auf den heißen Stein", sagte Linken-Politikerin Susanne Schaper. Sachsen hatte in diesem Jahr die Mittel für Suchtberatung um eine Million Euro auf 5,1 Millionen Euro erhöht. Für Projekte der Suchtprävention und Suchtkrankenhilfe stehen rund 1,3 Millionen Euro bereit. Schaper warf der Regierung vor, bei der Droge Crystal viel zu spät mit Prävention begonnen zu haben.

Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) stellte die Sucht- und Drogenbekämpfung als Dauerthema dar. Sachsen setze bei seinem Konzept auf drei Säulen: Information, Hilfe durch Beratung und Behandlung sowie Repression.

Der Freistaat verfüge über ein gut ausgebautes Hilfe- und Unterstützungssystem für suchtgefährdete und suchtkranke Menschen und deren Angehörige. "Und doch wird dieses Konzept in der Praxis ständig weiterentwickelt", sagte die Ministerin. So bestehe derzeit noch Bedarf an den Schnittstellen der Suchthilfe zu Hilfesystemen wie der Jugendhilfe. Klepsch ging davon aus, dass der Beratungsbedarf weiter steigt.

Droge Nummer eins ist auch in Sachsen noch immer der Alkohol. Laut Statistik waren 2013 ungefähr 85 000 Menschen in Sachsen alkoholabhängig, rund 1100 Sterbefälle waren auf Alkohol zurückzuführen. Sorgen bereitet dem Freistaat außerdem der Konsum von Crystal. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums suchten 2014 exakt 4824 Drogenkonsumenten die Beratungsstellen gezielt wegen Crystal auf. Im Jahr 2012 waren es noch 3335.

Grünen-Fraktionschef Volkmar Zschocke monierte Mängel bei der Umsetzung des 2014 beschlossenen Zehn-Punkte-Planes gegen Crystal. Die Mittel dafür kämen nicht in den Landkreisen an, auch nicht in den besonders von Crystal betroffenen Grenzregionen. "Es gibt eine permanente Überlastung des sächsischen Suchthilfesystems durch die anhaltende "Crystal-Welle": Der Crystal-Hilfebedarf geht unverändert zulasten Betroffener mit anderen Suchtproblemen", sagte Zschocke.

Zum Thema:
Rund 52 000 Menschen sind in Brandenburgalkoholabhängig. Etwa jeder vierte Erwachsene trinkt laut Landessuchtbericht so viel, dass es der Gesundheit schadet. Auch Crystal Meth wird nach Erfahrungen der Landesstelle für Suchtfragen öfter konsumiert. 2014 sei die Zahl der Erstkonsumenten im Vergleich zu 2013 von 148 auf 205 gestiegen, sagte Michael Leydecker, ehrenamtlicher Vorstand der Landesstelle.