Am Vortag hatte der nordafrikanische Al-Qaida-Flügel in einer Audiobotschaft, die dem arabischen Nachrichtensender Al Dschasira zugespielt worden war, die Verantwortung für das Kidnapping übernommen. Die vier Wüstenurlauber waren am 22. Januar in der Nähe der Grenze zwischen Mali und Niger verschleppt worden.Inzwischen bestehen auch für die westlichen Sicherheitsbehörden wenig Zweifel, dass die Bekennerbotschaft echt ist. Die Veröffentlichung der Al-Qaida-Nachricht und der Fotos ähnelt ziemlich dem Vorgehen der Terrorbewegung bei der Entführung von zwei österreichischen Sahara-Urlaubern vor einem Jahr. Die beiden Österreicher waren erst acht Monate später nach nervenaufreibenden Verhandlungen von den Extremisten freigelassen worden.Bei den nun veröffentlichten Aufnahmen der Geiseln, die an einem unbekannten Ort im Schatten eines Baumes in der Wüste gemacht wurden, handelt es sich um drei Fotos. Auf dem ersten ist die 77-jährige Deutsche zu sehen. Mit blauer Bluse und durch ein weißes Tuch verhülltem Haar. Im Hintergrund stehen ihre mit Gewehren bewaffneten Bewacher. Das Gesicht der deutschen Frau wurde von den Islamisten auf dem Foto unkenntlich gemacht. Entsprechend der fundamentalistischen Glaubensinterpretation, dass Frauen sich in der Öffentlichkeit nicht unverschleiert zeigen noch fotografiert werden dürfen.Auf dem zweiten Bild ist das Schweizer Ehepaar zu sehen, wobei die Frau ebenfalls mit verhülltem Haar und unkenntlichen Gesichtszügen auftaucht. Das dritte Foto zeigt den Briten. In dem Bekenner-Tonband am Vortag hatten die Entführer auch die Verantwortung für die Verschleppung zweier kanadischer UN-Diplomaten übernommen, die bereits im Dezember in Niger gekidnappt worden waren. Von den Kanadiern ist offenbar bereits vor zwei Wochen ein Video aufgetaucht, das die beiden in Gefangenschaft zeigt. Es wird vermutet, dass die Europäer und die Kanadier im Norden Malis versteckt werden. Diese abgelegene Wüstenregion gilt als Lebensraum der Tuareg-Nomaden, die malischeRegierung in der Hauptstadt Bamako hat dort wenig Einfluss."Wir werden unsere Forderungen und Bedingungen zur Freilassung der Geiseln verkünden", hieß es in der Bekennernachricht vom Vortag. Der nordafrikanische Terror-Flügel "Al Qaida im islamischen Maghreb", der sich entsprechend der französischen Schreibweise AQMI abkürzt, formte sich im Jahr 2006 aus der algerischen Terrorbewegung "Salafistische Gruppe für Predigt und Kampf" (GSPC).