(red/SvD) Nach dem aktuellen Krankenhausnavigator der AOK gehören sieben Lausitzer Kliniken bei mindestens einem der acht Eingriffe zu den deutschlandweit besten 20 Prozent.

Überdurchschnittlich gut ist Brandenburgs größtes Krankenhaus, das CTK Cottbus, beim operativen Einsetzen sowohl von künstlichen Hüft- als auch von Kniegelenken, die Spreewaldklinik Lübben und das Kreiskrankenhaus Weißwasser bei der Blinddarmentfernung, das Seenland Klinikum Hoyerswerda mit dem Therapeutischen Herzkatheter ohne Herzinfarkt, das Klinikum Niederlausitz beim Einsetzen von künstlichen Hüftgelenken oder die Lausitz-Klinik Forst und das Krankenhaus Bautzen der Oberlausitz-Kliniken bei der Gallenblasenentfernung. Bautzen punktet sogar bei fünf Eingriffen mit überdurchschnittlicher Qualität.

Bereits seit dem Jahr 2008 wird das QSR-Verfahren (Qualitätssicherung mit Routinedaten) durch das Wissenschaftliche Institut der Ortskrankenkassen angewendet, Ergebnisse werden jährlich aktualisiert. Genutzt werden die verschlüsselten Abrechnungsdaten, die die Kliniken an die Krankenkasse liefern. „Wir machen damit den Krankenhäusern auch keine zusätzliche Arbeit“, sagt Christine Göpner, Pressereferentin beim AOK-Bundesverband. Einbezogen wurden alle stationären Eingriffe zwischen 2014 und 2016, 30 Fälle pro Eingriff müssen es mindestens sein, um bewertet werden zu können.

Den Nachteil des Verfahrens, dass nur AOK-Patienten berücksichtigt werden, entkräftet Göpner sogleich: Man habe bundesweit etwa ein Drittel Marktabdeckung, da bilde man schon einen guten Teil der Bevölkerung ab. Vorteil des Verfahrens: Komplikationen bis zu einem Jahr nach dem Eingriff werden erfasst. Diese langfristige Beobachtung sei wichtig, weil ein Großteil der Komplikationen erst nach den durchschnittlich 7,3 Tagen des Krankenhausaufenthaltes auftritt. Sie mache das Verfahren andererseits aber aufwendig, deshalb beschränke sich der Krankenhausnavigator auch auf ausgewählte acht operative, planbare Eingriffe, erläutert die AOK-Sprecherin.

Die AOK sieht ihren Navigator als Service für die Patienten. „Wer sich vor einer planbaren Operation nach dem geeignetsten Krankenhaus umschaut, bekommt mit dem AOK-Krankenhausnavigator eine sehr gute und hilfreiche Übersicht“, sagt Rainer Striebel, Vorsitzender des Vorstandes der AOK plus. „Die Bewertung dort ist unparteiisch anhand messbarer Kriterien und zeigt auch für Laien nachvollziehbar, wo man als Patient mit welcher Versorgungsqualität rechnen kann.“

Außerdem würden neben den Qualitätsbewertungen auch die Patientenzufriedenheit und Fallzahlen aufgelistet. „Wenn man weiß, wie oft der Eingriff an der Klinik gemacht wird, hilft das auch schon bei der Entscheidungsfindung“, ergänzt Pressereferentin Göpner.

So weisen etwa alle Lausitzer Kliniken beim achten von der AOK ausgewerteten Eingriff, Prostataentfernung bei Krebs, zu wenige Fallzahlen aus und wurden daher nicht bewertet. Nur das Bautzener Krankenhaus kommt da bei 88 Fällen auf eine durchschnittliche Qualität.

Dass auch in den Kliniken auf das Portal geschaut wird, weiß die AOK. Manche Häuser fühlen sich nicht gerecht bewertet, „wir werden auch immer mal wieder verklagt“, berichtet Christina Göpner. Aber bis jetzt habe noch keiner Erfolg damit gehabt.