Seit 15 Jahren ist es ein Erfolgsprogramm: Das Projekt "Schule ohne Rassismus - mit Courage", an dem sich mittlerweile 58 Brandenburger Schulen beteiligen. Mindestens einmal im Jahr findet an ihnen ein Aktionstag zum Thema "Diskriminierung" statt. Und um als "Schule ohne Rassismus" anerkannt zu werden, müssen sich 70 Prozent der Schüler, Lehrer und des sonstigen Personals an der Schule schriftlich verpflichten, sich aktiv gegen jede Form von Diskriminierung einzusetzen.

Gefeiert wurde das Jubiläum gestern mit einem Aktionstag im Plenarsaal des Potsdamer Landtags. "In heiklen oder potenziell gefährlichen Momenten die richtige Entscheidung zu treffen, fällt selbst Erwachsenen schwer", sagte Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) während der Eröffnung des Treffens. "Wer schon als Jugendlicher Verantwortung übernimmt und sich für ein positives Schulklima einsetzt, hat schon einen beachtlichen Schritt getan." Dass es in Brandenburg immer mehr Schulen gebe, die sich dem Netzwerk anschließen, zeuge von dessen Erfolg. "Die Schüler lernen, dass Konflikte auch ohne Gewalt zu lösen sind", sagte Fritsch gegenüber der RUNDSCHAU.

Auch Bildungsministerin Martina Münch (SPD) würdigte das Projekt: "Unsere Schulen sind wichtige Orte bei der Auseinandersetzung mit Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung und Gewalt", so Münch, die sich im Rahmen des Projekts auch selbst als Patin des Niedersorbischen Gymnasiums in Cottbus engagiert.

Erst seit diesem Jahr an dem Projekt beteiligt ist die Oberschule "Am Wehlenteich" aus Lauchhammer. "Wir haben von der Möglichkeit erst durch eine Ausstellung erfahren", sagt Schulsozialarbeiterin Doritt Nikolaus, die zusammen mit den Schülern Steven Schmidt und Henry Schüler nach Potsdam gefahren war, der RUNDSCHAU.

An der Oberschule fand bislang ein afrikanischer Trommelworkshop statt, bei dem die Musiker auch über die Lebensbedingungen in ihrem Heimatland berichteten. "Dass das Projekt einen Effekt hat, sieht man vielleicht am Ausgang der U-18-Wahlen", berichtet die Landtagsabgeordnete Gabriele Theiss (SPD), die als prominente Patin der Schule in Lauchhammer fungiert. "An unserer Schule haben nur drei von 200 Schülern ihre Stimme für eine rechtsradikale Partei abgegeben."