Denn trotz vielfältiger Aufklärung haben Reisende häufig verbotene tierische Mitbringsel im Gepäck, teilten die Organisatoren mit. Nach Angaben des Zolls wurden im Jahr 2004 in 1150 Fällen rund 37 000 geschützte Tiere und Pflanzen oder daraus entstandene Produkte sichergestellt. An der Kampagne beteiligt sich auch der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW).

Grausame Transportpraxis
Der Zoll beschlagnahmte unter anderem Elfenbeinschnitzereien, Schildkrötenpanzer, Korallen, Muscheln und Stoßzähne. Als besonders grausam wertet der IFAW die Einfuhr lebender Tiere. So würden Schildkröten in Einmachgläsern transportiert, kleine Schlangen in Zigarettenschachteln oder Chamäleons in der Schmutzwäsche. Auch lebende Papageien oder Vogelspinnen sind häufig im Gepäck. "Viele Tiere sterben bereits auf dem Transport nach Deutschland, weil sie ersticken, verdursten, zerquetscht werden oder dem Stress des Transportes nicht standhalten", hieß es.

Touristen oft ahnungslos
"In 80 Prozent der Fälle haben Touristen solche Dinge im Gepäck", sagte die Sprecherin des Hauptzollamtes Dresden, Heike Wilsdorf. In den ersten drei Monaten habe der Zoll an den Flughäfen in Leipzig und Dresden bereits 178 Tiere, Pflanzen und Erzeugnisse gefunden, darunter getrocknete Geckos und Bärengalle. Erschwerend sei, dass viele Souvenirs in den Urlaubsländern ganz offen verkauft würden. Viele Menschen kämen gar nicht auf die Idee, dass dies eine massive Bedrohung für Tierarten sei.
Ihr Schutz ist im Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen geregelt. Verstöße können sogar mit Gefängnis geahndet werden. Die Kampagne auf den Flughäfen soll demnächst in Bremen und Berlin weitergehen. (dpa/mhs)
Informationen im Internet: www.artenschutz-online.de