"Die Ausweglosigkeit der Situation ist dem Mann klar, alles, was ihm bleibt, ist ein letztes Aufbäumen", sagte der Leiter der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden, Rudolf Egg. Für Mario M. sei die Aktion schließlich "ein kleiner Kick, ein kleiner Gewinn."
Wochenlang habe der Angeklagte über das Mädchen geherrscht, jetzt habe sich die Situation gewandelt und andere bestimmten über sein Schicksal. "Er fühlt sich wortwörtlich an die Wand gedrängt und will zumindest kurzfristig die Kontrolle zurückgewinnen." Der Mann sei von der Öffentlichkeit vorverurteilt worden und müsse mit der Höchststrafe rechnen. "Jetzt genießt er es, die Fäden wieder in der Hand zu haben."
Eine erfolgreiche Behandlung des Angeklagten hält der 58-jährige Psychologe auf viele Jahre hinaus für unwahrscheinlich. "Zu den wichtigsten Voraussetzungen einer Therapie gehören Einsicht und der Wunsch nach Änderung." Momentan zeige Mario M. aber weder Reue noch Scham gegenüber seinem Opfer. (dpa/uf)