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| 01:35 Uhr

Airbus A400M hebt erfolgreich ab

Sevilla. Mit einem Bilderbuch-Jungfernflug hat der Airbus-Militärtransporter A400M am Freitag einen Meilenstein seiner Entwicklung erreicht. Unter dem Beifall der 2500 Gäste landete die viermotorige Turboprop-Maschine nach einem langen Testflug von drei Stunden und 47 Minuten sicher beim Airbus-Werk Sevilla. dpa/roe

An dem Projekt hängen 40 000 Arbeitsplätze in Europa, davon 11 000 in Deutschland. Die A400M liegt um mehr als drei Jahre hinter dem Zeitplan zurück und die Plankosten von 20 Milliarden Euro werden vermutlich um fast 40 Prozent überschritten. "Natürlich haben wir das Flugzeug in den vergangenen Wochen auf Herz und Nieren geprüft", sagte Airbus-Chef Thomas Enders. "Aber trotzdem bleibt der Erstflug ein spannendes Erlebnis." Bis Mitte 2010 würden drei weitere Maschinen in das Testprogramm integriert.Während des Jungfernfluges bei strahlendem "Königswetter" trugen alle sechs Piloten und Ingenieure an Bord Fallschirme. Doch die A400M enttäuschte die Experten nicht. Die Maschine flog das auf drei Stunden und 40 Minuten angesetzte maximale Testprogramm vollständig. Den Journalisten war zunächst nur ein Flug von zwei Stunden angekündigt worden. Weil alles nach Plan lief, probten die Piloten auch den Langsamflug und Manöver auf verschiedenen Höhen. "Das war ein fantastischer Flug", jubelten die Testpiloten. "Alle Geräte funktionierten einwandfrei. Wir sind sehr beeindruckt." Die A400M ist das mit Abstand größte europäische Rüstungsprojekt aller Zeiten. Der auch als Tankflugzeug einsetzbare Mehrzweck-Transporter stellte an die Entwickler erheblich höhere Anforderungen als ein Verkehrsflugzeug. Das wurde bei der Planung von allen Seiten unterschätzt. EADS hat bereits 2,4 Milliarden Euro für Mehrkosten zurückgestellt. Wirtschaftsprüfer erwarten, dass das Projekt weitere fünf Milliarden kosten wird. Damit würde es 37 Prozent teurer als geplant. Ein Großteil der Probleme rührt von der Triebwerksteuerung und den vielfältigen Sonderanforderungen der Kunden her. Die A400M soll Hubschrauber und Kampfjets in der Luft betanken und 37 Tonnen Last schnell über 8700 Kilometer transportieren können. Sie soll auch als Verkehrsflugzeug zertifiziert werden, um zum Beispiel schweres Räumgerät über normale Flugkorridore in Katastrophengebiete bringen zu können. Und sie soll mit guter Sicherung gegen Beschuss auf Sand und Graspisten landen können. Ihr technischer Vorsprung vor der Konkurrenz soll der A400M eine Lebensdauer von einem halben Jahrhundert garantieren. Enders sagte, er rechne mit einer Erstauslieferung Ende 2012. Airbus will fünf A400M für Flugversuche bauen und in 18 Monaten die Serienfertigung starten. Nach 3700 Stunden Testflügen soll das Flugzeug in zwei Jahren zertifiziert werden. 2013 wird alle drei Monate eine A400M die Werkshallen verlassen. dpa/roe www.lr-online.de/politik