Der Künstler wollte für die Ausstellung "Andy Warhol/Ai Weiwei" in Melbourne die Porträts von australischen Bürgerrechtsaktivisten in Lego nachbauen. Das Unternehmen hatte die Lieferung mit Hinweis auf den politischen Charakter des Projekts abgelehnt. Ai nannte den Vorgang merkwürdig.

Der in China lange geächtete Künstler stellte in Berlin sein Konzept für die dreijährige Einstein-Gastprofessur vor, die er Ende des Monats an der Universität der Künste antritt. Mit der Professur habe er sich auf drei Jahre verpflichtet und wolle das auch einhalten, sagte er. Andererseits bleibe China sein Heimatland. "Ich werde hin- und herfahren - vorausgesetzt, sie lassen mich rein und raus."

Menschenrechtsfragen will Ai im Studiengang nicht ansprechen. "Ich unterrichte Kunst. Natürlich sind diese Fragen in mir. Aber ich will meine Studenten damit nicht unter Druck setzen. Für den Kurs wählte Ai eigenen Angaben zufolge aus 100 Bewerbern 16 Studenten aus. Sie verstünden unter anderem etwas von Medien, Design und Mode, erzählte er. Es gebe aber auch jemanden, der gut koche und einen anderen, der nachts Auto fahren könne und als Fluchthelfer gearbeitet habe.