Die Direktzahlungen an Brandenburger Landwirtschaftsbetriebe aus Töpfen der Europäischen Union (EU) betrugen vergangenes Jahr 390 Millionen Euro. Über zahlreiche Finanzierungsspritzen floss weiteres Geld. Jedoch läuft die aktuelle EU-Förderperiode in diesem Jahr aus. "Wir wollen die Grüne Woche auch nutzen, um für weitere Mittel zu werben. Die Landwirtschaft sichert Arbeitsplätze", sagte Minister Vogelsänger bei einem Pressegespräch am Mittwoch in der Potsdamer Staatskanzlei. 2014, mit Beginn der neuen Förderperiode, wird Brandenburg auch den Vorsitz bei der Agrarministerkonferenz innehaben. Derzeit sitzt Bayern auf dem Chefsessel des Ländergremiums.

Vom 18. bis 27. Januar werden sich wieder zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe auf insgesamt 115 000 Quadratmetern Messegelände am Berliner Funkturm präsentieren. Darunter mehr als 250 märkische Erzeuger und Gastronomen. In die Brandenburg-Halle kamen im Vorjahr 60 000 Besucher. Mit ähnlicher Resonanz rechne man auch in diesem Jahr, so der Minister. In der brandenburgischen Landwirtschaft arbeiten in etwa 5600 Betrieben rund 36 500 Menschen.

Das Land greift den Ausstellern mit 640 000 Euro unter die Arme. Die Grüne Woche ist die größte internationale Verbrauchermesse der Ernährungsindustrie. Laut Vogelsänger wurde die gesamte Hallenfläche bereits voll vermietet. Auf dem Gelände werden 76 Marktstände und zwei Gastronomiebereiche vertreten sein. Zwei Gemeinschaftsstände kommen in diesem Jahr neu dazu - die Landkreise Ostprignitz-Ruppin und Elbe-Elster teilen sich eine Auslage. Die Mineralquellen Bad Liebenwerda (Elbe-Elster) gehören bereits zu den Stammgästen. Zum zwanzigsten Mal ist das Unternehmen dabei.

Der Präsident des Landesbauernverbandes, Udo Folgart, kündigte an, dass in diesem Jahr wieder besonderes Augenmerk auf die Direktvermarkter gerichtet werde. Denn diese stehen im engen Kontakt mit den Verbrauchern, so sein Fazit. Laut Gerd Lehmann, Chef der branchennahen Marketingorganisation pro agro, haben acht große Handelsketten angekündigt, zur Messe kommen zu wollen. Deren Strategen wollen laut Lehmann erkunden, welche brandenburgischen Produkte in die Regale der Supermärkte passen.

Neben Geschäftlichem soll es auch in diesem Jahr wieder ein umfangreiches Bühnenprogramm geben. So werden unter anderem Prominente den Kochlöffel schwingen und Speisen zubereiten. Auch Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) will ein Gericht kochen. Welches, wollte er vorab allerdings nicht verraten. Auch sein Agrarminister Vogelsänger, der mit seinem Chef ebenfalls am Herd stehen wird, will sich noch nicht in den Kochtopf schauen lassen.