Montagmorgen, kurz nach 1 Uhr. Eine Streife der Polizei entdeckt auf der A 15 ein verdächtiges Auto. Es ist kurz zuvor in Berlin gestohlen worden. Als die Polizisten den Fahrer anhalten wollen, tritt der aufs Gaspedal, verlässt die Autobahn und rast mit zeitweise 200 Stundenkilometern durch Forst Richtung Guben (Spree-Neiße). Bei Grießen legt die Polizei Stopsticks aus, um den Fahrer zu stoppen. Der rast trotz demolierter Reifen noch drei Kilometer weiter. Dann endet seine Fahrt. In einer Kurve bei Taubendorf verliert er die Gewalt über den Pkw, das Auto überschlägt sich, der Fahrer wird durch die Glasscheibe des Dachs geschleudert und stirbt noch am Unfallort.

Montagmorgen, etwa 4.30 Uhr, wieder auf der A 15, wieder entdeckt die Polizei ein verdächtiges Fahrzeug, wieder in Berlin gestohlen, wieder gibt der Fahrer Gas. Nach der Anschlussstelle Cottbus-West wendet er auf der Autobahn, rast in Gegenrichtung, "wobei es zu erheblichen Gefährdungen anderer Verkehrsteilnehmer kam", so die Polizei. Bei der Flucht Richtung Vetschau prallt das Auto gegen eine Schutzplanke. Der Fahrer flüchtet zu Fuß.

Polizeisprecher Torsten Wendt kennt solche Fälle. "Um nachts hellwach zu sein, stehen die Fahrer häufig unter Strom", so Wendt. Aufputschmittel und Crystal Meth machen die Fahrer aggressiv und unempfindlich für Schmerzen. Für die Polizei werden die so zu unkontrollierbaren Zeitbomben. Mal rammen sie absichtlich Polizeiwagen, mal springen sie auf der Flucht fünf Meter in die Tiefe.

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