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Agentur sucht Lausitzer für neuen Gundermann-Film

Gerhard Gundermann - das Leben des Liedermachers und Baggerfahrers aus dem Lausitzer Braunkohlerevier soll verfilmt werden
Gerhard Gundermann - das Leben des Liedermachers und Baggerfahrers aus dem Lausitzer Braunkohlerevier soll verfilmt werden FOTO: Jargen Matschie
Hoyerswerda/Berlin. Das Leben des Lausitzer Liedermachers Gerhard Gundermann soll verfilmt werden. Und Du kannst dabei sein! Eine Agentur sucht Komparsen für die Dreharbeiten in der Lausitz. bob

Jetzt wird es ernst für das Gundermann-Filmprojekt von Regisseur Andreas Dresen. Der Brandenburger hatte im April von der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM) für das Projekt rund 600 000 Euro Förderung erhalten. Nun sollen die Dreharbeiten für den Kinofilm im November beginnen.

Die Komparsenagentur "Filmgesichter" hat am Freitag einen Aufruf veröffentlicht. Gesucht werden Komparsen und Kleindarsteller aus Spremberg, Niesky, Hoyerswerda, Bautzen, Weißwasser und Umgebung. "Als Komparsen gesucht werden überwiegend Männer zwischen 20 bis 65 Jahren, die als Kumpels im Tagebau in den 70er/ 90er Jahren zum Einsatz kommen", so die Casting-Agentur. Auch einige Frauen, Kinder und Neugeborene würden gebraucht. "Da der Film historisch ist, dürfen Komparsen keine gefärbten Haare haben, keine sichtbaren Tattoos, keine künstlichen Fingernägel und keine Solariumbräune", heißt es im Aufruf. Männer sollten keinen sehr kurzen ausrasierten Nacken haben oder sich die Haare wachsen lassen.

Die Komparsen sollen einen oder zwei Tage zum Einsatz kommen. "Man muss kein Model sein und keine Komparsenerfahrungen haben, um bei den Dreharbeiten dabei sein zu können", so die Agentur. Man suche "gerne gelebte, kernige Gesichter und Typen". Kostüme und Frisuren der 70-er und 90-er Jahre bekommen die Komparsen über die Kostüm- und Maskenabteilung der Produktion.

Auf der Internetseite der Agentur können sich Interessierte melden: www.filmgesichter.de .

Für Regisseur Dresen erfüllt sich mit dem Kinofilm ein lang gehegter Traum. Gundermann habe eine "verrückte DDR-Biografie" schwärmte Dresden schon 2009. "Er hat im Tagebau im Abraumbagger gesessen, aus dieser Erdverbundenheit seine Kunst entwickelt und wunderbare, poetische Lieder geschrieben. Abends ist er dann losgefahren mit seiner Band. Er hat immer seine Arbeit behalten und nie nur sein Künstlertum gepflegt, wie das heute so üblich ist. In den 70-er Jahren war er in der SED, hat alle genervt, weil er die Welt, konkret seinen Tagebau, verbessern wollte."

Gedreht wird in den Regionen Oberlausitz und Halle/Leipzig. Wo genau verrät die Produktionsfirma noch nicht. Los gehen soll es im November oder Anfang Dezember.