Angesichts der kritischen Lage am Hindukusch wurde der 65-Jährige am Montag von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zum Sonderbeauftragten für Afghanistan und Pakistan ernannt. Mützelburg ist einer der erfahrensten deutschen Diplomaten. Dem US-Sonderbeauftragten Richard Holbrooke werde er "auf Augenhöhe begegnen", heißt es in diplomatischen Kreisen. Erfahrungen mit dem schwierigen Thema Afghanistan hat Mützelburg bereits auf früheren Posten gesammelt. Von August 2001 bis Oktober 2002 leitete er die Abteilung Vereinte Nationen im Auswärtigen Amt. In diese Zeit fiel die Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn, wo nach dem Sturz der Taliban die Weichen für die Entwicklung des Landes gestellt wurden. Anschließend war Mützelburg bis Ende 2005 außenpolitischer Berater des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder.Als Botschafter in Neu Delhi lernte Mützelburg Südasien aus erster Hand kennen. Wie sehr ihn die Lage am Hindukusch beschäftigte, machte er kürzlich bei einer Buchvorstellung deutlich. Statt der geplanten fünfminütigen Einführung hielt der Botschafter eine mehr als 20 Minuten lange freie Rede über die Situation in Afghanistan. Der Diplomat bewies dabei hinsichtlich des kriegsgeplagten Landes zumindest verhaltenen Optimismus - den er auf dem neuen Posten gut wird brauchen können. Mützelburg zeigte sich überzeugt, dass sich der Westen ein Scheitern am Hindukusch nicht leisten kann. Dem Bild des steifen, protokollhörigen Diplomaten entspricht der in Mainz geborene zweifache Familienvater so gar nicht. Wenn Veranstaltungen zum gemütlicheren Teil übergehen, entledigt er sich gern der Krawatte und des Jackets. Unter Afghanistan-Experten gilt Mützelburg mit seinem fundierten Urteilsvermögen als ideale Besetzung für die schwierige Aufgabe. Bedauern über seine Abreise aus Indien herrscht allerdings in der deutschen Botschaft in Neu Delhi: "Er war ein sehr beliebter Chef. Wir sind alle ganz geknickt."