Laut einem Pressebericht von gestern soll Bischof Wolfgang Huber, Oberhaupt der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, in einer kircheninternen Sitzung am Freitagabend von Superintendenten massiv kritisiert worden sein. Huber hat sich bisher nicht zu den Vorgängen geäußert, will aber heute in einer Pressekonferenz Stellung nehmen.
Wischnath wirft der Kirche vor, hinter seinem Rücken mit dem Verfassungsschutz verhandelt und hinsichtlich angeb licher Stasi-Vorwürfe ermittelt zu haben, obwohl bereits in den 90er Jahren bei Überprüfungen keine Anhaltspunkte für eine Stasi-Mitarbeit gefunden worden seien. Dies war auch von der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen bestätigt worden.
Die Vorwürfe gegen den Kirchenmann, der in jüngster Zeit wiederholt durch kritische Äußerungen auffiel, stehen nach Informationen aus Kirchenkreisen im Zusammenhang mit einer bevorstehenden Beförderung Wischnaths. Er soll als Nachfolger des Präses von Westfalen im Gespräch sein.
Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und sein Stellvertreter Jörg Schönbohm (CDU) hatten dem angesehenen Kirchenmann, der auch Vorsitzender des Brandenburger Aktionsbündnisses gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit ist, vergangene Woche ihr volles Vertrauen ausgesprochen.
Bei dem kircheninternen Treffen vom Freitagabend wurden nach einem Pressebericht Einzelheiten über den angeblich schlechten Gesundheitszustand des angesehenen Geistlichen bekannt.
Ein führendes Mitglied der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg habe in der Sitzung vertrauliche Informationen aus einer seelsorgerischen Betreuung Wischnaths geäußert.
Wissen, dass Kirchenmitglieder bei der seelsorgerischen Betreuung erhalten, ist normalerweise streng vertraulich. Wischnath soll die Versammlung fluchtartig verlassen haben. (dpa/wie)