Der 43-jährige Kalbitz war vor seinem Engagement in der AfD Mitglied bei den rechtsradikalen Republikanern.

Im Landtag gehört er dem Sonderausschuss BER an - für Schlagzeilen allerdings hatte er gesorgt, als vor einigen Wochen sein Vorsitz in einem rechtsextremen Kulturverein bekannt wurde. Nach öffentlichem Druck legte Kalbitz diesen Posten nieder. Kalbitz hatte sich in seiner Bewerbungsrede dafür ausgesprochen, sich nicht "schnellstmöglich zu prostituieren in Richtung der etablierten Parteien, die dieses Land von Misserfolg zu Misserfolg geführt haben". Im Unterschied dazu hatte ein Gegenkandidat, der Landtagsabgeordnete Steffen Königer, für eine Öffnung der AfD zur Mitte der Gesellschaft plädiert. "Die CDU hat in der Mitte eine Leere hinterlassen", so Königer. "Füllen wir sie mit der AfD!" Doch Königer erhielt gerade einmal 27 Stimmen.

Die Wahl des Vize-Landesvorsitzenden war nötig geworden, weil der im Bundesinnenministerium für das Gebiet "Kirche und Religionsgemeinschaften" zuständige Hubertus Rybak die Partei zuvor aus Protest gegen ihren Rechtskurs verlassen hatte. Der Wahlvorgang selbst hinterließ trotz aller Bemühungen einen chaotischen Eindruck: So musste der Wahlgang neu gestartet werden, weil Parteimitglieder ihre Stimmzettel zu früh in die Urnen geworfen hatten.

Der Landes- und Fraktionschef der AfD, Alexander Gauland, hatte zu Beginn des Parteitags erneut harte Töne gegen die seiner Ansicht nach "idiotische Asylpolitik" der Bundesregierung angeschlagen. So sprach sich Gauland dafür aus, die deutschen Grenzen zu schließen. "Woher weiß Frau Merkel, dass alle, die zu uns kommen, Opfer sind?", fragte Gauland. "Sie kennt sie ja gar nicht." Zudem zog Gauland erneut eine Verbindung zwischen Flüchtlingen und Terroristen. "Natürlich ist nicht jeder Muslim Terrorist", so Gauland. "Aber man muss doch mal die Frage stellen, warum alle Terroristen der letzten Jahre Muslime waren." Die Anschläge des rechtsradikalen Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) erwähnte Gauland nicht.