Begleitet von Protesten und einem Großeinsatz der Polizei hat am Samstag der AfD-Bundesparteitag in Köln begonnen. Rund 600 Delegierte wollen das Wahlprogramm für die Bundestagswahl verabschieden. Im Mittelpunkt steht auch die Frage, wer als Spitzenteam antritt, nachdem Parteichefin Frauke Petry überraschend angekündigt hatte, sie stehe nicht für eine Spitzenkandidatur bereit. Denkbar ist, dass sich ein Trio aus den beiden Vize-Vorsitzenden Alexander Gauland und Beatrix von Storch sowie dem baden-württembergischen Vorstandsmitglied Alice Weidel zur Wahl stellt.

Als erste spricht Petry, die eine strategische Neuausrichtung durchsetzen und die AfD mittelfristig koalitionsfähig machen will. Die Parteiführung gilt als heillos zerstritten. Welches Lager in Köln die Oberhand gewinnt, könnte sich schon am Vormittag beim Beschluss der Tagesordnung abzeichnen: Dann entscheidet sich, ob Petrys „Zukunftsantrag“ überhaupt beraten wird. Vor allem in Sichtweise des Tagungshotels war die Polizei mit einem massiven Aufgebot präsent, erste Unruheherde wurden gemeldet. Zu Demos wurden rund 50 000 Teilnehmer erwartet, darunter auch linksextreme Gewalttäter.