Brandenburgs ehemaliger AfD-Landesvorsitzender und jetziger Bundeschef der Partei, Alexander Gauland, hat am Samstag auf dem Brandenburger Landesparteitag der AfD in Rangsdorf den Oberbürgermeister der Stadt Cottbus, Holger Kelch, scharf attackiert. „Viele Cottbuser fühlen sich in ihrer eigenen Stadt fremd.“ Sie fühlten sich „durch die immer wiederkehrenden Übergriffe von Flüchtlingen bedroht und durch einen – na sagen wir mal: nicht sehr fähigen CDU-Oberbürgermeister im Stich gelassen“. Cottbus habe sich jedoch „durch die AfD und viele Bürger, die sich auflehnen gegen die Verwahrlosung ihrer Stadt zu einem Ort des Widerstands entwickelt“.

Hintergrund von Gaulands Äußerungen ist die Attacke eines Mannes mit – so die Polizei – „südländischem Aussehen“, der in der Silvesternacht in der Cottbuser Innenstadt einen 28-jährigen Deutschen niedergestochen hatte.

Gauland leugnete zudem erneut die Existenz eines von Menschen gemachten Klimawandels. „Das Märchen vom menschengemachten Klimawandel machen wir nicht mit“, sagte Gauland. Es habe immer einen Klimawandel gegeben. „Aber der Versuch, diesen Klimawandel als etwas unnatürliches darzustellen, ist pure Ideologie. Das machen wir nicht mit.“

Auf dem Parteitag will die AfD bis Sonntagabend eine Landesliste für die Landtagswahlen am 1. September wählen. Für die 40 zur Verfügung stehenden Plätze haben sich 87 Kandidaten beworben, darunter die Cottbuserin Marianne Spring-Räumschüssel und der Vorsitzende des Vereins „Zukunft Heimat“, Christoph Berndt. Da für jeden Bewerber rund zehn Minuten Redezeit für seine Vorstellung und zur Beantwortung von Fragen vorgesehen sind, und anschließend rund 300 Stimmzettel mit maximal 87 Kreuzen auszuzählen sind, kann das Erstellen der Landesliste bis in den späten Abend dauern.

Vor den Parteimitgliedern erhob Gauland den Anspruch, dass die AfD bei den Wahlen stärkste Partei werden müsse. „Wir haben ein klares Ziel: Der SPD-Filz von mehr als 30 Jahren muss am 1. September beendet werden“, sagte Gauland. „Genug ist nun einfach mal genug, auch in Brandenburg.“ Die Brandenburger AfD habe auch keine Angst vor dem Verfassungsschutz. „Wir halten an unserer Programmatik fest“, sagte Gauland. „Jeder Versuch, uns durch irgendwelche Verbote von unsere Politik abzubringen, wird scheitern: Diese Parteien werden Sturm ernten, wenn sie denken, Wind zu säen.“

Zudem warf er der Landesregierung vor, bei der Arbeitslosenstatistik zu lügen: „Eine wie von Woidke behauptete niedrige Arbeitslosigkeit lässt sich nur für den Berliner Speckgürtel behaupten.“

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