Mediziner im Land haltenDas östliche Bundesland hofft, so Lücken in der ärztlichen Versorgung zu schließen - und die inte-grierten Mediziner in Brandenburg zu halten, wie Gesundheitsministerin Dagmar Ziegler (SPD) betont. "Wir sind darauf angewiesen, das wir gut ausgebildete Ärzte haben."Ziegler überreichte jetzt in Potsdam Zertifikate an 17 von 21 Teilnehmern, die ihre Prüfungen vor der Landesärztekammer bestanden hatten. Drei Mediziner arbeiten in Brandenburg bereits wieder in ihrem Beruf. Schon jetzt gebe es landesweit 450 Ärzte mit ausländischen Wurzeln, sagte Ziegler. Derzeit würden in einigen Regionen dringend Hausärzte und Spezialisten für Frauen- und Augenheilkunde gesucht. Das Projekt, an dem vor allem jüdische Immi-granten aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion sowie Spätaussiedler teilnahmen, habe bundesweit große Beachtung erfahren."Jetzt haben wir alle Möglichkeiten, weiter zu arbeiten", sagt Zinaida Fomenko und lächelt. Die 51 Jahre alte Gynäkologin erzählt, dass sie im Jahr 2000 von Usbekistan nach Deutschland gekommen sei - und zuletzt als Reinigungskraft gearbeitet habe. Freunde hätten sie auf die brandenburgische Weiterbildung aufmerksam gemacht, woraufhin sie von Schleswig-Holstein in die Mark gezogen sei. "Ich glaube, das Projekt hat sich gelohnt." Sie sei gerade dabei, Bewerbungen zu schreiben.Verstärkung für CottbusDiese Mühe muss Vadim Roma-nov nicht mehr auf sich nehmen. Der Gynäkologe aus Russland arbeitet seit einigen Wochen im Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus. Dort war der 51-Jährige als Projekt-Teilnehmer zunächst einfacher Praktikant, obwohl er nach eigenen Angaben auf eine 20-jährige Berufserfahrung in seiner Heimat zurückblicken kann. "Durch das Projekt konnte ich meine Fachkenntnisse verbessern."Dem Gesundheitsministerium in Potsdam zufolge müssen Mediziner aus dem Ausland erst eine Prüfung durch die Ärztekammer ablegen, damit ihr Berufsabschluss in Deutschland anerkannt wird. Hohe Hürden seien für viele medizinische Fachsprachen-Kenntnisse in Deutsch. Diese wurden bei der Weiterbildung vermittelt, die von März bis Dezember 2008 dauerte und gemeinsam mit der Otto Benecke Stiftung aus Bonn auf die Beine gestellt wurde. Für das Modellprojekt gab Brandenburg lautMinisterium 150 000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds und Landesmitteln aus. Es wird nun geprüft, ob es Bedarf für ein Folgeprojekt gibt. dpa/ig