Hatschi! Die ersten Grippe-Erkrankten dieser Saison sind zu beklagen. Rund 100 Fälle wurden der Arbeitsgemeinschaft Influenza beim Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet, die den wöchentlichen Bericht zur Grippelage der Nation veröffentlicht.

Noch ist die Deutschlandkarte des RKI tiefblau. Heißt: keine Häufung von Grippefällen zu erkennen. Lediglich einzelne lokale Ausbrüche sind zu verzeichnen, so in der Oberlausitz. Aber auch diese fallen noch in den Bereich „geringfügig erhöht“.

Grippeverlauf bisher für die Jahreszeit normal

Das Gesundheitsministerium in Dresden spricht von einem „für die Jahreszeit üblichen Niveau“. Auch bundesweit bestünden keine Hinweise auf eine erhöhte Influenza-Aktivität.

Alle Erkrankten in Sachsen waren nicht geimpft, vier mussten im Krankenhaus behandelt werden, hieß es. In den meisten Fällen waren Menschen in der Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen betroffen, die Hälfte der Fälle trat in Leipzig und im Landkreis Leipzig auf.

Brandenburger lassen sich öfter impfen

In Brandenburg ist die Lage noch ruhig – und die Vorbereitungen in vollem Gange. Seit Beginn der Grippesaison im Oktober haben sich bereits viele Brandenburger gegen Influenza impfen lassen. „Die Menschen scheinen deutlich sensibilisierter zu sein in diesem Jahr“, sagt Karin Harre, Vorsitzende des Hausärzteverbandes Brandenburg.

Selbst das gute Wetter der vergangenen Tage habe das Interesse an der Grippe-Vorsorge nicht gemindert. Pro Tag impfe sie seit Beginn des Monats rund zehn Patienten in ihrer Hausarztpraxis in Walsleben (Ostprignitz-Ruppin), sagte Harre. Darunter seien vermehrt Personen über 60 Jahre, Schwangere und chronisch Kranke.

Ausreichend Impfstoff

„Alles in allem sind wir gut vorbereitet. Wir haben ausreichend Impfstoff und Personal vor Ort“, sagte die Ärztin. Vor Weihnachten sei nicht mit einer Erkrankungswelle zu rechnen. Noch bis Anfang Dezember könne man sich impfen lassen, da der Schutz erst nach zwei Wochen wirke.

Der Impfschutz bei Influenza hält nach den Angaben jeweils nur eine Saison an. Jährlich muss er erneuert werden. Eine Grippesaison läuft von der 40. bis zur 15. Kalenderwoche des folgenden Jahres.

Hotline der Krankenkassen

Informationssuchende können sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin auf verschiedenen Wegen über die Krankheit und Impfungen erkundigen. Neben Informationen bei den zuständigen Gesundheitsämtern seien häufig auch Hotlines eingerichtet, teilte das RKI auf seiner Internetseite mit.

Unter anderem bietet die Krankenkasse DAK-Gesundheit eine Telefonauskunf. Dieses spezielle Serviceangebot unter der kostenlosen Rufnummer 0800 1111841 ist von 8 Uhr bis 20 Uhr geschaltet und kann von Kunden aller Krankenkassen genutzt werden. „Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem ist die Influenza oder echte Grippe eine ernst zu nehmende Krankheit“, sagt Annett Koßmann, Leiterin des Landkreises Elbe-Elster der DAK-Gesundheit in Finsterwalde.

Trotzdem ist die Schutzimpfung keine Garantie dafür, dass man nicht die Grippe bekommt. „Dafür sind die Viren einfach zu vielfältig. Man müsste genau gegen Bestandteile des Virus geimpft worden sein, mit dem man sich dann ansteckt“, sagt Dr. Alexander Riedel, Facharzt für Arbeitsmedizin und Betriebsarzt für die Beschäftigten am Klinikum Dahme-Spreewald