Etwa 70 Ärzte der Elblandkliniken in Meißen und Radebeul haben am Donnerstag ihre Arbeit niedergelegt. Am Morgen zogen sie zunächst vom Klinikum Radebeul zum Rathaus der Stadt, um dort eine Petition zu übergeben. Auch in Meißen und Riesa gab es ähnliche Aktionen. Der Warnstreik endete am Nachmittag in einer gemeinsamen Kundgebung mit dem Pflegepersonal der Kliniken vor der Riesaer Stadthalle. Dort beriet der Kreistag über den Wirtschaftsplan der Elblandkliniken. „Wir wollen die Teilnehmer auf unsere Probleme aufmerksam machen“, erklärte Steffen Forner, Sprecher der Ärztegewerkschaft Marburger Bund.

„Wir sorgen uns vor allem um die Qualität der Patientenversorgung“, hieß es weiter. Immer weniger Ärzte müssten immer mehr Leistung erbringen. Hintergrund des Warnstreiks sind gescheiterte Tarifverhandlungen für die rund 220 dort beschäftigten Mediziner. Die Geschäftsführung der Kliniken besteht auf einer Nullrunde für das Jahr 2011 – auch weil der Abstand zu den Kollegen im Pflegebereich sonst zu hoch werde.

„Derzeit verhandeln wir gerade mit dem nichtärztlichen Personal, dann sehen wir weiter“, sagte die Sprecherin der Elblandkliniken, Daniela Bollmann. Zudem habe es für die Ärzte erst in den vergangenen beiden Jahren jeweils eine Lohnerhöhung um zwei Prozent gegeben. Den Vorschlag der Klinik, die Weiterbildungsangebote auszubauen, hätten die Ärzte abgelehnt.

Die Elblandkliniken planten in den kommenden Jahren Investitionen von rund 100 Millionen Euro, erklärte ein Gewerkschaftssprecher. Es sei nicht nachvollziehbar, warum das Geld für neue Medizintechnik und den Neubau in Riesa verwendet werden solle, aber nicht für die Ärzte als eigentliche Leistungsträger. Die Elblandkliniken bestätigten die Summe, es handele sich allerdings um „dringend notwendige Investitionen“.

Unterdessen fordern die Mediziner eine „angemessene Vergütung und überhaupt die Bereitschaft, zu verhandeln“. In der kommenden Woche sind weitere Gespräche geplant.