Dass Batteriezellen-Forschung in großem Stil künftig in Münster (Nordrhein-Westfalen) stattfinden soll, hatte die Gemüter in Sachsen und Brandenburg erregt. Die Sachsen hatten sogar schon Grundstücke für einen Forschungsstandort ausgeguckt. Dietmar Woidke (SPD) versuchte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) von Brandenburg als Standort zu überzeugen.

Und nun das: Nach der Entscheidung der Bundesforschungsministerin die Forschung an Batteriezellen nach Münster zu geben, hat Brandenburgs Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) eingeräumt, dass sich das Land Brandenburg gar nicht als Standort für Batterieforschung beworben hat. „Um so einen Zuschlag zu bekommen, muss man eine stabile Forschungslage in diesem Bereich haben – und die haben wir nicht“, sagte Münch vor Journalisten in Potsdam. „Wir haben keinen Forschungsstandort, der in diesem Bereich forscht.“

Allerdings sei sie enttäuscht darüber, dass das geplante Forschungsinstitut in Münster angesiedelt weden soll. „Der Bund hat schließlich immer gesagt, man wolle die Batterizellforschung gezielt in die neuen Länder geben.“ Sie hoffe aber, dass nun wenigstens die Produktion in Schwarzheide oder an anderen Orten in der Lausitz stattfinden könne.

Mittlerweile hat sich der Ärger um die Standortvergabe zu einem größeren Politikum ausgewachsen. Auch andere Bundesländer sind mit der Entscheidung alles andere als zufrieden und haben sich sogar an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gewandt.