"Rudolf Zeeb hat vor sieben oder acht Wochen ein Rücktrittsgesuch eingereicht", sagte Beese der RUNDSCHAU. "Es ging um die Frage, wie man in der Staatskanzlei die Büros organisiere." Dabei habe es Streit zwischen Zeeb und Woidke gegeben. "Eine Woche später haben sich Zeeb und Woidke zusammengesetzt und das Problem aus der Welt geschafft." Er gehe davon aus, dass Zeeb mit Ende seines Urlaubs seine Amtsgeschäfte fortführe.

Die Hintergründe der jüngsten Krise in der Potsdamer Staatskanzlei waren am Freitag indes noch unklar. Vermutet werden Nebenwirkungen der Dienstwagenaffäre um Woidkes Büroleiter Carsten Pranz - Anfang Mai wechselte Pranz ins Innenministerium, und Woidkes persönliche Referentin soll die Büroleitung übernommen haben.

Die Frage nach der Organisation der Büros der Leitungsebene in der Staatskanzlei könnte also akut geworden sein. Zudem stand Ende Juni, also zu dem Zeitpunkt, an dem Zeeb laut Regierungssprecher das Rücktrittsgesuch stellte, die Landtagssitzung bevor, in der die CDU in der aktuellen Stunde Aufklärung verlangte. Zeeb wiederum war in der vergangenen Legislaturperiode Staatsssekretär im Innenministerium und als solcher dafür verantwortlich, dass Pranz in seinem Ehrenamt als stellvertretender Landesbrandmeister einen Dienstwagen nutzen durfte.

Seine genaue Rolle ist aber weiter unklar: Die Opposition, die bereits vor Wochen Akteneinsicht beantragt hatte, kann diese erst in der kommenden Woche wahrnehmen. "Das Drunter und Drüber in der Staatskanzlei offenbart Woidkes Mangel an Führungsqualitäten", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU, Jan Redmann, am Freitag. "Die Affäre um seinen Büroleiter ist noch nicht ausgestanden, da droht ihm sein Staatskanzleichef, wegen Meinungsverschiedenheiten hinzuschmeißen", so Redmann. "Woidke scheint die Kontrolle über das Regierungshandeln zunehmend zu entgleiten."

Tatsächlich ist der Außeneindruck, der sich derzeit vom Potsdamer Kabinett bietet, fatal. Denn ganz offensichtlich ist es der Landesregierung nicht gelungen, die Dienstwagenaffäre vor der Sommerpause zu beerdigen. Statt der notwendigen klaren Schnitte versteifen sich Woidke und die SPD offenbar darauf, die Affäre möglichst lange auszusitzen. Das erinnert an Ex-Justizminister Helmuth Markov (Linke) und seine illegale Benutzung eines Kleintransporters. Markov musste seinen Platz räumen - geht dieser Kelch an Zeeb vorbei?