Der Architekt des neuen Potsdamer Landtags, Peter Kulka, hat die Stimmung auf einem Festakt mit deutlicher Kritik getrübt. Ungeplant hat er sich am Dienstag zur symbolischen Fertigstellung des Kupferdaches mit mahnenden Worten an die Gäste gewandt, darunter Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und Landtagspräsident Gunther Fritsch.

Kulka äußerte sich verärgert und sichtlich betroffen - etwa über die derzeit laufende Ausein-andersetzung zwischen der Baufirma BAM Deutschland und dem Brandenburger Finanzministerium um gestiegene Baukosten angesichts zahlreicher Änderungen. "Bürokratie ist ein schlechter Bauherr", sagte Kulka, der sogar seinen Rücktritt erwägt. Als Architekt drohe er zwischen die Mühlen zu geraten. Ein wunder Punkt sei für ihn die ursprünglich geplante und den Bürgern versprochene Kuppel. Sie werde vermutlich aufgrund der Finanz-Querelen nicht rechtzeitig fertig. Dadurch fühle er sich persönlich gekränkt. Kulka, der als Architekt den Umbau des Dresdner Residenzschlosses für die Staatlichen Kunstsammlungen plant, kritisierte die Ignoranz der Potsdamer Stadtplaner. Es gebe eine große Diskrepanz zwischen dem wieder entstehenden Stadtschloss und der Umgebung in der historischen Mitte der Landeshauptstadt.

Bei dem Festakt wurde der Software-Milliardär Hasso Plattner gewürdigt. Plattner zeigte sich beeindruckt von den Baufortschritten am Landtagsschloss. "Bauen ist schwierig, aber auch etwas Schönes", sagte er. Ohne seine Millionenspende hätte der künftige Landtag ein preiswertes Dach aus Zink erhalten. Bereits mit einer Spende von 20 Millionen Euro hatte er für die Rekonstruktion des historischen Fassade nach Plänen von Knobelsdorff gesorgt. Ministerpräsident Matthias Platzeck dankte allen Spendern, die den Wiederaufbau des Stadtschlosses ermöglich haben.