Islamisten hetzten gegen die Kopten und benutzten sie als Sündenböcke. „Watani International“ wird von Kopten gelesen und erscheint als Print- und Internetzeitung auf Englisch und Arabisch.

Viele Kopten seien traumatisiert und lebten in großer Angst, sagte die Journalistin. Die Armee habe sich eindeutig auf die Seite der Islamisten gestellt.

Bei den Auseinandersetzungen zwischen koptischen Christen und Sicherheitskräften in Kairo wurden nach Medienberichten in der Nacht zum Montag zudem etwa 200 Menschen verletzt.

Die Redakteurin von Watani betonte, die Kopten hätten am Sonntagabend friedlich gegen einen Anschlag auf eine Kirche demonstriert. „Das staatliche Fernsehen verbreitete aber Meldungen, nach denen wir die Gewalt angezettelt hätten. Das ist eine Lüge“, unterstrich sie. Die Kopten könnten sich gegen diese Manipulation kaum wehren. Sidhom befürchtet einen Erfolg islamistischer Kräfte bei den Parlamentswahlen Ende November. „Die Islamisten wollen in Ägypten einen islamischen Gottesstaat errichten, für Christen gibt es dann keinen Platz mehr.“

Die Journalistin forderte christliche Kirchen im Ausland auf, gegen die Gewalt zu protestieren. „Eine klare Verurteilung der Gewalt durch andere Christen hilft uns sehr“, sagte sie. Die Welt dürfe nicht wegschauen. Viele Kopten hätten sich unter dem gestürzten Präsident Hosni Mubarak sicherer gefühlt. „Mubarak und seine Regierung wiesen die Islamisten in die Schranken. Seit Mubaraks Sturz hat sich die Lage für uns Kopten verschlechtert.“ Mubarak musste im Februar dieses Jahres nach einem Volksaufstand die Macht abgeben.