Mubarak war wegen Mitschuld am Tod von mehr als 800 Demonstranten während der Massenproteste im Arabischen Frühling im vergangenen Juni zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Die Entscheidung betrifft auch den früheren Innenminister Habib al-Adli sowie sechs seiner Helfer. Auch Al-Adlis Urteil hatte lebenslänglich gelautet; seine sechs Assistenten waren freigesprochen worden. Das hatten viele Ägypter als besonders bitter empfunden. Sie sahen darin einen Freispruch für das alte Unrechtssystem mit seinen korrupten Polizeioffizieren und folternden Ermittlern.

Jetzt hoffen viele Gegner Mubaraks auf die Todesstrafe für den Ex-Machthaber und seinen Minister. Im Präsidentschaftswahlkampf hatte auch das heutige Staatsoberhaupt Mohammed Mursi seinen Anhängern versprochen, Mubarak an den Galgen zu bringen. Mubarak und Al-Adli setzen indes auf Freisprüche.

Ein neues Verfahren bedeutet die Entscheidung des Kassationsgerichts auch für Mubaraks Söhne Alaa und Gamal sowie den Unternehmer Hussein Salem. Alaa und Gamal waren zuvor vom Vorwurf der Korruption freigesprochen worden. Sie sind aber noch in einem anderen Verfahren wegen Insiderhandels angeklagt. Der Milliardär Hussein Salem soll öffentliche Gelder verschwendet und sich bereichert haben.