Rieke: Das Orang-Utan-Baby, geboren am 12. Januar 2015, eroberte die Herzen der Berliner sofort. Das Äffchen mit den großen Kulleraugen und struppigem Haar wurde von der Mutter nicht angenommen. Über Wochen zierte es Titel- und Sonderseiten der Boulevard-Presse, Fans pilgerten zu Fütterungen in den Zoo. Ende Februar dann der Abschied: Rieke wächst im Affenzoo der südenglischen Grafschaft Dorset auf.

Panda I: Der frühere Zoo-Panda Yan Yan trat im Juli nach 20 Jahren in Berlin die Rückreise in seine Heimat China an - ausgestopft. Die Bärin war 1995 als Leihgabe aus China in den Zoologischen Garten gekommen. Nach ihrem Tod 2007 wurde Yan Yan sieben Jahre auf Eis gelagert und dann präpariert. Pandas bleiben Eigentum der Volksrepublik China.

Tiger-Baby Alisha: wurde im Tierpark geboren, lebte dann für einige Monate im Zoo Eberswalde (Barnim) und kehrte im Sommer mit dem Tigerkind Dragan nach Berlin zurück. Spätestens im Frühjahr 2016 soll sich laut Zoo entscheiden, ob die beiden Berlin erhalten bleiben.

Füchse: Es gibt kaum noch Areale in Berlin, auf denen die Stadtfüchse nicht herumstromern. Scheu sind sie dabei meist nicht. Auch die Forschung interessiert sich jetzt für die Tiere und baut dabei seit Mai auf Erlebnisse von Bürgern. Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) und der RBB haben Bürger zur Einsendung von Fotos, Videos und Geschichten aufgerufen.

Gorilla: Zehn Jahre lang wartete der Zoo auf Gorilla-Nachwuchs, seit Juli ist klar: Menschenaffe Ivo ist zeugungsunfähig. "Der schöne Silberrücken scheint - genetisch bedingt - keine funktionsfähigen Samenzellen produzieren zu können", teilte der Zoo damals mit. Ob stattdessen ein potenter Gorilla-Mann kommt, soll das Komitee des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms entscheiden.

Knut: Vier Jahre nach dem Tod des Eisbären im Berliner Zoo präsentierten Forscher im August des Rätsels Lösung: Das Promi-Zootier litt an einer Erkrankung, die zur letztlich tödlichen Gehirnentzündung führte. Später Trost für Knut-Fans: Der große Trubel seit der Geburt hat ihm laut Forschern nicht geschadet.

Kater: Ein Nacktkater namens Willi schaffte es im September bis vor das Berliner Verwaltungsgericht. Anlass war die Klage seines Frauchens gegen das Bezirksamt. Die Behörde will, dass der Kater kastriert wird. Die Rede war von einer sogenannten Qualzucht. Auch aus Sicht der Richter verstößt die Zucht von Nacktkatzen ohne funktionsfähige Tasthaare gegen das Tierschutzgesetz - Willi soll laut Urteil keine Nachkommen mehr zeugen.

Stadtbären: Berlins letzte Stadtbärin Schnute segnete im Oktober das Zeitliche. Auch ein neues Wappentier für den 1939 eingerichteten Bärenzwinger am Märkischen Museum in Mitte wird es wohl nicht geben. Auch ausgestopft soll Schnute der Hauptstadt nicht erhalten bleiben.

Panda II: Ganz auf neue Bären muss Berlin aber nicht verzichten. Ende Oktober wurde bekannt, dass der Zoo erstmals seit Jahren wieder Pandas als Leihgabe aus China bekommen soll. Wann die Tiere eintreffen, ist noch ungewiss. Die Arbeiten an ihrer Anlage laufen dem Zoo zufolge schon "auf Hochtouren".

Dino: Der Tyrannosaurus rex war der letzte große Räuber der Dinosaurierzeit und lebte vor etwa 66 bis 68 Millionen Jahren. In Berlin ist er gewissermaßen auferstanden: Seit Mitte Dezember wird das Skelett eines 2012 in den USA entdeckten T-rex namens "Tristan Otto" im Naturkundemuseum gezeigt.

Wölfe: sorgten 2015 für Debatten - auch in und um Berlin. Der Wolf scheint sich der Hauptstadt immer mehr anzunähern. Kein Wunder: Brandenburg ist eines der Länder mit den meisten Exemplaren bundesweit. Mehrere starben beim Versuch, den Autobahnring A 10 zu überqueren. Den ersten Wolf innerhalb des Rings will ein Jäger mit einer Wildkamera Anfang Dezember aufgenommen haben. Durchaus möglich, sagten Experten. Dass das Bild echt war, glaubten aber nicht alle.