Es handelte sich nach Angaben der Polizei um einen besonders großen Sprengsatz, der am Ort der Explosion schweren Sachschaden anrichtete. Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert nannte den tödlichen Anschlag einen „sehr schlimmen Vorfall“, auf den Israel angemessen reagieren werde. Die Tat überschattete die erste Sitzung der neuen Parlaments, der 17. Knesset, die am Montagnachmittag in Jerusalem begann.Die regierende palästinensische Hamas-Bewegung bezeichnete den Anschlag als „Selbstverteidigung“ der Palästinenser. Der Hamas- Sprecher Sami Abu Suhri sagte in Gaza, solche Anschläge seien Widerstand gegen die israelische Besatzung und gehörten zum Recht des palästinensischen Volkes. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte die Tat hingegen als Terror. Palästinensische Medien berichteten, die radikalen Gruppen Islamischer Dschihad und Al-Aksa- Brigaden hätten sich zu der Tat bekannt.

Jossi Bar, ein Taxifahrer in Tel Aviv, erzählte von einem „riesigen Knall“. Der Ort des Anschlags habe einen „unbeschreiblichen Anblick“ geboten. Die schwere Explosion ereignete sich zum jüdischen Passahfest und trotz einer Abriegelung der Palästinensergebiete. Am 19. Januar waren bei einem Selbstmordanschlag an derselben Stelle im Bereich des alten Busbahnhofs im Süden der Stadt 30 Menschen verletzt worden. An einer Straßensperre nahmen Polizisten drei Insassen eines Fahrzeugs fest, das von Augenzeugen am Anschlagsort gesehen worden war.

Der Anschlag ereignete sich nur Stunden vor Beginn der ersten Sitzung des neuen Parlaments in Jerusalem. Ehud Olmert war am Samstagabend offiziell Ministerpräsident geworden, nachdem der seit mehr als drei Monaten im Koma liegende Ariel Scharon (78) für amtsunfähig erklärt worden war. Für Scharon wurde bei der ersten Parlamentssitzung symbolisch ein Stuhl freigehalten. Olmerts Kadima- Partei und die Arbeitspartei setzten am Montag bei Tel Aviv ihre Koalitionsverhandlungen fort.