Der 32-Jährige habe den organisatorischen Zusammenhalt der 2001 als kriminell verbotenen Vereinigung aufrechterhalten, sagte der Anklagevertreter vor dem Landgericht Dresden. Der Angeklagte habe keine Reue gezeigt. Die Verteidigung verlangte Freispruch. Das Urteil wird heute verkündet.
Der Staatsanwaltschaft zufolge hat der Angeklagte an mindestens 20 konspirativen Treffen mit ehemaligen und zum Teil verurteilten Rädelsführern der verbotenen Gruppierung teilgenommen. Dabei seien "eine Vielzahl von Aktivitäten entfaltet" und Straftaten geplant worden. Im August 2004 habe er in Stolpen einen Marsch zur Erinnerung an den als Kriegsverbrecher verurteilten Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß organisiert. Bei einer Demonstration im November 2004 in Pirna habe er gewaltbereite rechte Trupps kommandiert und zusammen mit anderen Mitgliedern der verbotenen Vereinigung den Wahlkampf des NPD-Landtagsabgeordneten Uwe Leichsenring aus Königstein (Sächsische Schweiz) unterstützt.
Die Verteidigung machte geltend, dass nicht bekannt sei, was sich bei jenen konspirativen Treffs ereignet hat. Es lasse sich nicht belegen, dass kriminelle Handlungen geplant wurden. Beim Rudolf-Hess-Gedenkmarsch sei der Angeklagte lediglich mitgelaufen. Die Unterstützung des NPD-Landtagswahlkampfes sei nicht strafbar.
Die "Skinheads Sächsische Schweiz war vor ihrem Verbot mit rund 125 Mitgliedern und 200 Sympathisanten die stärkste rechtsextremistische Organisation in Sachsen. Sie war 1996 aus der "Wiking-Jugend" hervorgegangen. Der Angeklagte wurde 2003 in einem ersten Prozess gegen ehemalige Führungsmitglieder der Gruppe zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. (dpa/mb)