Eine Woche vor der Bundestagswahl hat die CSU die absolute Mehrheit im bayerischen Landtag zurückerobert. Die Christsozialen von Ministerpräsident Horst Seehofer kamen laut ARD-Hochrechnung auf 48,7 Prozent - sie sandten ein starkes Signal Richtung Berlin, wo Schwarz-Gelb am 22. September bestätigt werden will. Die seit fünf Jahren in München mitregierende FDP verpasste den Wiedereinzug ins Parlament. SPD, Grüne und Freie Wähler schafften es gemeinsam nicht, die CSU zu gefährden.

In einer Woche will die Union bei der Bundestagswahl Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eine dritte Amtszeit sichern - mit der FDP, deren Einzug ins Parlament aber auch hier auf der Kippe steht und die deswegen auf Leihstimmen setzt. Der SPD mit Kanzlerkandidat Peer Steinbrück verschafft das erneut schwache Abschneiden der bayerischen Sozialdemokraten mit 20,5 Prozent keinen Rückenwind. Steinbrück möchte Regierungschef einer rot-grünen Koalition werden.

In Bayern legt Seehofers CSU nach ihrem historischen Absturz vor fünf Jahren (43,4) um gut fünf Punkte zu. Dennoch ist es das zweitschlechteste Abschneiden der CSU bei einer Bayern-Wahl seit 47 Jahren. Dafür liegt die Wahlbeteiligung mit 64,5 Prozent deutlich höher als 2008 und 2003. Die in Bayern seit gut 50 Jahren oppositionelle SPD mit Spitzenkandidat Christian Ude kommt auf 20,5 Prozent - knapp zwei Punkte über dem schwächsten Ergebnis von 2008 (18,6).

Die im Jahr 2008 nach 14 Jahren Pause in den Landtag zurückgekehrte FDP sackt von 8,0 Prozent dramatisch auf 3,2 Prozent ab und fliegt aus dem Parlament. Die Freien Wähler (FW) verlieren Stimmen (2008: 10,2), sind aber mit 8,5 Prozent weiter im Landtag. Die Grünen verlieren mit 8,6 Prozent (2008: 9,4) knapp einen Punkt. Linke und Piratenpartei schaffen den Sprung ins bayerische Parlament nicht.

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