Die Kosten für die Grundrente liegen ihren Berechnungen zufolge im ersten Jahr bei 3,8 Milliarden Euro und wachsen bis 2025 auf 4,8 Milliarden Euro. Das Geld dafür soll unter anderem aus Steuermitteln stammen. Dafür soll die sogenannte „Mövenpick-Steuer“ abgeschafft werden, die 2010 von der damaligen schwarz-gelben Regierung eingeführt worden war. „Die unterschiedliche steuerliche Behandlung von Hotel-Übernachtungen und Frühstück war nicht nur unsinnig, sondern ist auch mit erheblichem bürokratischen Aufwand verbunden”, heißt es den Papier. Die SPD erwartet, das auf diese Weise 700 Millionen Euro zusammenkommen. Weitere Mittel - etwa eine halbe Milliarde Euro - sollen aus der Finanztransaktionssteuer stammen. Außerdem will das Bundesarbeitsministerium 400 Millionen Euro aus seinem Haushalt zur Verfügung stellen. Weitere Zuschüsse sollen vom Bund kommen, sodass die Rentenreserven nicht angefasst werden müssten.

Die Grundrente sollen alle bekommen, die mindestens 35 Jahre „Grundrentenzeiten” erreicht haben. Dazu zählen neben versicherten Tätigkeiten beispielsweise auch Zeiten für die Pflege von Angehörigen und die Erziehung von Kindern. Die SPD erwartet, das rund drei Millionen Menschen von dieser Rente profitieren könnten, darunter 80 Prozent Frauen. In den alten Bundesländern beträfe dies etwa elf Prozent der Rentner, in den neuen Ländern sogar 15.

Die SPD rechnet das am Beispiel einer Friseurin vor, die 40 Jahre lang gearbeitet hat und dafür im Durchschnitt 40 Prozent des Durchschnittseinkommens bekommen hat. Derzeit bekäme sie eine Rente von 512,48 Euro, mit der Grundrente, wie die SPD sie vorschlägt, wären es 960,90 Euro.

Fraglich ist allerdings, ob das Konzept so tatsächlich umgesetzt wird. Zwar ist eine Grundrente im Koalitionsvertrag von Union und SPD vorgesehen, allerdings mit Bedürftigkeitsprüfung. Schon in den vergangenen Monaten gab es zwischen den Regierungsparteien heftigen Streit darüber. Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) warnte etwa vor dem „Prinzip Gießkanne”. SPD-Vorsitzende Andrea Nahles gab sich indes am Dienstagabend kämpferisch. „Wir haben versprochen und wir liefern. Wer 35 Jahre gearbeitet, Angehörige gepflegt oder Kinder erzogen hat, verdient mehr als nur Grundsicherung!”, twitterte sie und lobte den Entwurf als „solide finanziert”.