Lothar Hofner, Sprecher des Landesinnenministeriums, sagte: „Mit dem Bund sind wir uns einig, dass das Programm über 2009 hinaus weitergeführt werden muss.“ Die bisherigen Ergebnisse würden nun ausgewertet und in neue Richtlinien der Förderung ab 2009 einfließen. In Sachsen werden dann 135 000 Wohnungen abgerissen worden sein, mehr als ein Drittel des für die Ost-Bundesländer geförderten „Rückbaus“ von 350 000 Wohnungen. Nach Angaben von Dresdens Stadtplanerin Kathrin Kircher ist Stadterneuerung ein Prozess, der sich von Stadt zu Stadt unterscheidet. Anders als in Leipzig seien in Dresden fast alle Gründerzeit-Häuser saniert, weil dort weniger übrig geblieben seien.
In den Neubauten greife der Leerstand von den Ein- und Zwei-Raum-Wohnungen auf die größeren über, weil vielen Mietern nur kleine Wohnungen gefördert würden. Für Michael Köllner, Sachgebietsleiter für Stadtplanung in Hoyerswerda, ist das Mittel „Geförderter Abriss“ erschöpft. „Die nur teuer zu sanierenden Elfgeschosser sind weg. Aber die mit dem Gesamtabriss der Häuser entstandenen Lücken werten das Areal ringsum ab“ , so Köllner. Übergreifende Programme seien gefragt. „Den Umzug aus den Neubauten kann man nicht anordnen“ , sagt Stefan Holthaus, Bau-Bürgermeister in Görlitz. Wer in einem Neubau wohne, habe ein Recht auf Sanierung. Der Abriss müsse einhergehen mit der Aufwertung alter Stadtbausubstanz.
Klaus Ploch, Amtsleiter für Baukoordination in Chemnitz, sieht die Nachnutzung als dominierende Herausforderung. Fördermöglichkeiten für Umnutzungen seien aber sofort erforderlich und nicht erst ab dem Jahr 2009. In Wurzen ist bereits aktuell, was vielen schrumpfenden Städten droht: der Abriss von Gründerzeithäusern. „Der Leerstand überholt uns. Wir haben einen mittelalterlichen Stadtkern, den es zu erhalten gilt“ , sagt Stadtbauamtsleiter Hans-Otto Jurich. Laut Bevölkerungsprognose hat Wurzen im Jahr 2020 noch zwei Drittel seiner Einwohner von 1990. „Besser weg als leer, kaputt und dreckig“ , sagt Jurich. (ddp/dk)