Laut Medienberichten soll "Porno-Paul" zudem schon als 19-Jähriger mit einer 14-Jährigen aus dem Bahnhofsmilieu verkehrt haben.
Die Landtagsfraktion der Rechtsextremen reagierte extrem gereizt auf die neue Lage, schließlich ist der Kinderporno-Vorwurf eine der empfindlichsten Stellen für die selbsternannten Saubermänner. Gleich gestern kamen die nur noch acht Abgeordneten zur Krisensitzung zusammen. Erstes Ergebnis: Paul ging nicht aus freien Stücken, sondern auf Druck von Partei und Fraktion. Man begrüße es, dass er "der Aufforderung von Fraktions- und Landesvorstand nachgekommen ist, sein Landtagsmandat und seine Parteifunktionen niederzulegen, um weiteren Schaden abzuwenden", hieß es in einer Presseerklärung.
Erst vor zwei Wochen hatte die Fraktion den Abgeordneten Klaus-Jürgen Menzel wegen seiner öffentlich geäußerten Hitler-Verehrung und Betrugsvorwürfen ausgeschlossen. Paul selbst nahm nicht mehr an der Krisensitzung teil, er will in Kürze eine Stellungnahme abgeben. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, würde Paul nach dem Willen seines bisherigen Fraktionschefs Holger Apfel "die härtest mögliche Bestrafung" bekommen. Ausgesprochen wurde es nicht, doch gemeint sein konnte nur die Todesstrafe, die die NPD für Kinderschänder fordert. Dazu kündigte Apfel für 2007 eine "Informationsoffensive" an.
Paul soll im Landtag vom Zwickauer NPD-Kreischef Peter Klose ersetzt werden. Doch sein Rauswurf hat die Fraktion in massive Personalnot gebracht: Auf der Landesliste stehen nach der Affäre keine Nachrücker mehr. Sollte ein weiterer NPD-Abgeordneter das Mandat verlieren oder versterben, gäbe es keinen Ersatzmann mehr. Die einstmals zwölfköpfige Fraktion würde nach dem Ausstieg von drei Mitgliedern und dem Ausschluss Menzels weiter minimiert.