"Seit Dezember war fast jede Nacht das Katzenfutter mitsamt Napf verschwunden", sagt Karin Streve, Besitzerin des Gartens in Drübeck, einem Ortsteil von Ilsenburg im Harz. "Wir haben lange gerätselt, was da wohl los ist." Eine eigens installierte Wildkamera brachte dann schnell Klarheit. "Es war deutlich zu sehen, dass ein Luchs den Napf wegschleppt", erklärt Streve.

Zu Hilfe kam dann das Luchsprojekt Harz. Dessen Leiter Ole Anders sagt, mit einer Kastenfalle, in die Wildfleisch gelegt worden sei, habe er das Tier eingefangen. Es handele sich um ein auffällig kleines Jungtier, das im Frühjahr 2015 geboren und dann wohl bald von seiner Mutter getrennt worden sei. Vermutlich sei es dasselbe Tier, das schon Ende 2015 auf der Suche nach Futter im benachbarten Wernigerode gesichtet wurde.

In einem öffentlich nicht zugänglichen und von anderen Raubkatzen getrennten Teil des Luchs-Geheges im Nationalpark bei Bad Harzburg (Niedersachsen) werde das Jungtier aufgepäppelt, sagt Anders. Ob es später in die Freiheit entlassen werden kann, sei noch ungewiss. "Derzeit ist es noch zu mickrig."