Würde am Sonntag ein neuer Landtag gewählt, hätte die SPD derzeit alle Mühe, ihre Stellung als stärkste politische Kraft zu behaupten. Allerdings hat die märkische Union, obwohl sie mit der SPD gleichauf liegt, keinen Grund zu verfrühtem Jubel. Sie profitiert vor allem von der deutschlandweiten Schwäche der SPD - nicht von der Stärke ihres Frontmannes. Der 65-jährige Innenminister Jörg Schönbohm ist trotz seines Reformeifers im Lande lange nicht so beliebt wie der 16 Jahre jüngere SPD-Regierungschef Matthias Platzeck. Dass selbst der 49-jährige PDS-Vorsitzende Ralf Christoffers bessere Noten als Schönbohm erhält, erhöht den Druck auf die Union, den Generationswechsel nicht auf den Sankt Nimmerleinstag zu verschieben.
Klar ist aber auch, dass die Wähler den jüngsten rot-roten Planspielen der SPD eine Abfuhr erteilen. Die kränkelnde PDS ist für die Wähler keine Alternative zur CDU. Platzeck und die SPD sind dazu verdammt, mit dem unbändigen Schönbohm weiter zu regieren. Selbst auf die Gefahr hin, dass sich das bei der Landtagswahl 2004 rächt.