Die Entsorgungsgebühren von durchschnittlich 47 Euro pro Jahr blieben laut Schmitz-Jersch seit 1997 fast unverändert; im bundesweiten Vergleich lägen sie im unteren Drittel. Mit den von 2005 an geltenden höheren ökologischen Standards werde es allerdings wohl zu einem "leichten" Anstieg von zehn bis 20 Prozent kommen. Dann sehen Bundesgesetze unter anderem vor, dass nur noch vorbehandelte Abfälle gelagert werden dürfen und Deponien "basisabgedichtet" sein müssen. Die Gesamtkosten für die kommunale Abfallentsorgung blieben 2000 mit rund 175 Millionen Euro fast konstant.
Pro Einwohner fielen 306 Kilogramm Siedlungsabfälle an, was zum Vorjahr einen Rückgang um drei Prozent bedeutet; sie umfassen hauptsächlich Haus- und Sperrmüll. Dabei produzierten die Potsdamer mit 449 Kilogramm am meisten, die Bürger im Kreis Potsdam-Mittelmark mit 236 Kilogramm am wenigsten Müll. "Insgesamt werden Abfälle immer mehr vermieden oder verwertet", stellte das Umweltministerium bei der Vorstellung des jüngsten Berichts zur Abfallwirtschaft fest.
So sei das Wertstoffaufkommen einschließlich der im Dualen System gesammelten Abfälle im Landesdurchschnitt auf 170 Kilogramm je Einwohner im Jahr gewachsen. Spitzenreiter ist hier Frankfurt (Oder) mit jährlich 229 Kilogramm pro Kopf, Schlusslicht die Prignitz (129 Kilogramm). Insgesamt fielen in Brandenburg 1,98 Millionen Tonnen Abfall an, die den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassen wurden. Davon wurden 1,25 Millionen Tonnen deponiert.
Insbesondere der starke Rückgang bei Bauabfällen verringerte das Gesamtvolumen. An ihm haben inzwischen die festen Siedlungsabfälle mit 759 000 Tonnen den größten Anteil. Sonderabfälle erreichten dagegen mit 555 000 Tonnen den höchsten Wert seit Jahren; hier betrug der Zuwachs allein zum Vorjahr 146 000 Tonnen (26 Prozent). Als Ursachen nannte das Umweltministerium den Neu- und Ausbau von Verkehrswegen, die Rekultivierung der Braunkohlestandorte sowie die Altlastensanierung bei Industrie- und Militäranlagen. Den Löwenanteil machten hier mit 60 Prozent Bauabfälle aus. Knapp vier Fünftel des Sondermülls würden in der Region entsorgt, sagte Schmitz-Jersch. Dies sei ein inzwischen ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. (dpa/wie)