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Deutschland steht gut da.

Vielleicht nicht gerade, was das Abschneiden deutscher Schüler bei Bildungsstudien betrifft, da ist noch eine Menge Luft nach oben, aber . . .

Deutschland steht gut da.

Beim Eurovision Song Contest wird's allerdings wieder verdammt lange dauern, bis - aber . . .

Deutschland steht gut da.

Was die Zahl der "Tatort"- und "Polizeiruf"-Kommissare sowie der Gartenzwerge pro Kopf der Bevölkerung angeht, steht Deutschland wirklich richtig gut da.

Vielleicht nicht in der Zufriedenheitsstatistik.

Oder mit der Geburtenrate.

Aber arbeitsmarktmäßig steht Deutschland gut da: Der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler, wies in dieser Woche darauf hin, dass im September erstmals die Marke von mehr als 42 Millionen Beschäftigten geknackt wurde. "Im Jahr 2012 hatten rund 2,8 Millionen Personen mehr eine bezahlte Arbeit als 1991", sagte er.

Aaaaaber: Dieses "deutsche Jobwunder" sei zu relativieren, da das Arbeitsvolumen - also die geleisteten Stunden - 2012 unter dem Wert von 1991 gelegen habe. Die Arbeit wurde also einfach auf mehr Schultern verteilt. Durch Ausweitung der atypischen Beschäftigung seien zwar mehr Menschen in Arbeit gekommen. Dies sei aber häufig mit einer geringeren sozialen Absicherung und einem geringeren Einkommen verbunden. Trotz des Beschäftigungsbooms sind heute mehr Menschen denn je von Armut bedroht, so auch das Fazit des "Datenreports 2013", der ebenfalls diese Woche in Berlin vorgestellt wurde.

Heißt: Wir schuften uns arm.

Deutschland steht . . .