Zur kompletten Autobahnverbindung nach Prag fehlen dann noch 16,4 Kilometer auf tschechischer Seite. Ursprünglich sollte die Autobahnverbindung von Dresden nach Prag bereits Ende 2005 komplett fertig gestellt sein. Auf deutscher Seite wird heute der bislang noch fehlende, 19,3 Kilometer lange Streckenabschnitt von Pirna bis zur Grenze für den Verkehr freigegeben. Insgesamt ist die A 17 in Sachsen 44,6 Kilometer lang. Derzeit gibt es noch keine verbindliche Zusicherung Tschechiens, wann die Lücke zwischen Rehlovice und Lovosice geschlossen wird. Bis dahin müssen Autofahrer auf der Strecke eine 23 Kilometer lange Ausweichroute in Kauf nehmen.
Ein tschechischer Behördensprecher erklärte allerdings gestern, dass das Autobahn-Teilstück durch das Naturschutzgebiet "Böhmisches Mittelgebirge" nach jüngsten Planungen spätestens 2010 befahrbar sein soll. Dieser Termin sei angesichts der Klagen von Umweltschutzinitiativen realistisch. Die Bauerlaubnis für die rund 16,5 Kilometer lange Trasse könne man erst im kommenden Frühjahr einreichen. Die Kosten für dieses Teilstück bezifferte der Behördensprecher auf rund 290 Millionen Euro.
Allerdings sind bereits die Kosten des fertigen tschechischen Teilstücks der Teilstraße wesentlich höher als ursprünglich geplant. Allein die verschiedenen Trassen in Grenznähe zu Sachsen seien etwa 40 Millionen Euro teurer gewesen als vorgesehen, kritisierte ein Sprecher des Obersten Kontrollamtes in Prag. Grund sei der Rechtsstreit mit Umweltschutzinitiativen gewesen. Auch der Zeitdruck, damit das Teilstück heute eröffnet werden könne, habe die Kosten deutlich erhöht.
Der Bau der in Sachsen von der Landeshauptstadt bis zur Grenze reichende A 17 kostete laut sächsischem Verkehrsministerium etwa 680 Millionen Euro. Die Kosten tragen Bund und die Europäische Union, die aufgrund der infrastrukturellen Bedeutung einen Millionen-Zuschuss aus dem Efre-Fonds gewährt hat.
Nach Schätzungen des sächsischen Verkehrsministeriums wird die Fahrzeit von Dresden nach Prag in Abhängigkeit der Verkehrssituation ab heute etwa anderthalb Stunden dauern. Nach endgültiger Fertigstellung soll die Strecke in die tschechische Hauptstadt in nur einer Stunde zurückgelegt werden können, hieß es weiter.