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A wie Abgeordnete

Abgeordneter scheint immer mehr zum Traumjob zu werden: Bei der Bundestagswahl treten 4828 Kandidaten an, darunter 1400 Frauen. Insgesamt sind das 400 mehr als noch 2013. Hagen Strauß

Der neue Bundestag wird aus mindestens 598 Volksvertretern bestehen, auf ein Mandat kommen demnach im Schnitt acht Bewerber.

Wer es über die Landeslisten der Parteien oder als Direktkandidat ins Parlament schafft, dem geht es finanziell erst einmal gut. Die Abgeordnetenentschädigung beträgt seit dem 1. Juli 2017 monatlich 9541,74 Euro, die versteuert werden müssen. Außerdem gibt es eine steuerfreie Aufwandspauschale von derzeit 4318,38 Euro monatlich. Davon müssen alle Ausgaben bestritten werden, die zur Ausübung des Mandates anfallen: vom Wahlkreisbüro über den zweiten Wohnsitz in Berlin bis hin zum Büromaterial im Wahlkreis sowie Kosten der Wahlkreisbetreuung. Und jedem Parlamentarier stehen jährlich weitere 12 000 Euro zur Verfügung - für Laptops, Handys und was es noch so an (gehobenem) Bürobedarf gibt.

Hört sich gut an, doch reicht das nicht allen. Das zeigen die vielen Nebentätigkeiten, die die Parlamentarier so haben und die sie auf der Seite des Bundestages veröffentlichen müssen. Der Job ist freilich auch knochenhart. 14 bis 18 Stunden Tagespensum sind die Regel. In Berlin hetzen die Volksvertreter von Sitzung zu Sitzung. Und an den Wochenenden und parlamentsfreien Tagen wird Präsenz im Wahlkreis verlangt.

Wer Abgeordneter werden will, muss übrigens mindestens 18 Jahre alt sein. Hagen Strauß