Eine vermeintliche Weltkriegsbombe unter der Autobahn entpuppt sich als Rohr - in solch einer Situation wie in den vergangenen Tagen auf der A 15 zwischen Roggosen und Forst waren die Munitionsexperten des Brandenburger Kampfmittelbeseitigungsdienstes bisher noch nie. Nachdem eine Firma am vergangenen Freitag beim Verlegen einer neuen Gastrasse auf einen unbekannten Gegenstand stieß, wurden innerhalb des Gasrohres Bilder angefertigt.

Diese Aufnahmen ließen Experten darauf schließen, dass es sich um eine Großbombe handele. "Form und Beschaffenheit des fotografierten Gegenstandes sprachen dafür. Weitere Experten aus anderen Spezial-Einheiten schlossen sich der Einschätzung an", sagt eine Sprecherin der Brandenburger Polizei.

Zur Höhe der Einsatzkosten für den Kampfmittelbeseitigungsdienst konnte das Brandenburger Innenministerium keine Angaben machen. Das Team wäre auch ohne den Bombenverdacht auf der A 15 im Einsatz gewesen - nur woanders, heißt es vom Innenministerium.

Der Landesbetrieb Straßenwesen kann auch zu den Baukosten für die zurzeit laufenden Reparaturarbeiten am Autobahnabschnitt noch nichts sagen. "So einen Vorfall haben wir überhaupt noch nicht erlebt", sagt Sprecherin Cornelia Mitschka. Nachdem sich der Landesbetrieb zunächst gezwungen sah, die Autobahn "zu demolieren", müsse der Abschnitt nun schnellstmöglich repariert werden. Bereits im Oktober 2014 ereignete sich ein ähnlicher Bomben-Fehlalarm auf der A 1 in Köln: Dort ergab sich ein Bombenverdacht beim Bau einer neuen Überführung, wie die Rheinische Post berichtete.

Für die Suche nach der vermeintlichen Bombe mussten auch hier zwei Fahrspuren gesperrt werden, bis zu sieben Meter tief wurde gegraben. Keine 24 Stunden später gab es Entwarnung: Ein altes Abflussrohr mit Stahlbestandteilen war Auslöser für den falschen Bomben-Alarm. Nach insgesamt vier Tagen wurde der Abschnitt auf der A 1 wieder freigegeben.