Nur zwei Prozent sind zwischen 20 und 29. Und während sich im Jahr 2014 insgesamt 32 Vollzugsbeamte in der Ausbildung, dem Vorbereitungsdienst, befanden, werden nächstes Jahr 36 und ein Jahr später 40 Justizvollzugsbeamte pensioniert. Das geht aus einer Antwort von Justizminister Helmuth Markov auf eine Kleine Anfrage des CDU-Rechtsexperten Danny Eichelbaum hervor, die der RUNDSCHAU vorliegt. Und während die Zahl der Strafgefangenen steigt und in diesem Jahr erstmals seit 2012 wieder die Marke von 1000 Gefangenen erreicht hat, ist die Zahl der Stellen im Justizvollzug seit 2009 von 1265 auf 1051 gesenkt worden.

"Die vorhandenen Personalstellen im Justizvollzug reichen nicht aus, um die Behandlungs- und Resozialisierungsmaßnahmen, die die rot-rote Landesregierung beschlossen hat, auch nur ansatzweise mit Leben zu erfüllen", sagte Eichelbaum.

Ähnlich hatte sich bereits der Bund der Strafvollzugsbediensteten geäußert: Kürzlich warnte die Gewerkschaft davor, dass die ohnehin schon "unzureichenden Zielzahlen in der Personalausstattung für 2015 durch Alters- und andere Abgänge erheblich unterschritten werden." Weswegen der Bund eine Anhebung des Stellenplans auf mindestens 1188 Stellen und einen Sonderzuschlag für Beamtenanwärter forderte, um die Ausbildung zum Vollzugsbeamten wieder attraktiv zu machen.

Das Justizministerium indes sieht sich auf einem guten Weg. "Um die Vollzugsgesetze mit Leben zu erfüllen, wird eine angemessene Personalausstattung im Justizvollzug des Landes Brandenburg benötigt", heißt es in der Antwort auf die Anfrage Eichelbaums. "Vor diesem Hintergrund werden alle Anstrengungen zur Schaffung einer zukunftsfähigen, bedarfsgerechten Justizvollzugsstruktur und Personalausstattung unternommen."