Eine halbe Stunde, das war für eine Regierungserklärung gestern im Landtag vergleichsweise flott. Doch das reichte Ministerpräsident Stanislaw Tillich, um die Marschrichtung für sein drittes Kabinett vorzuzeichnen: "Wir sind kein neues Land mehr, sondern ein selbstbewusster, dynamischer und erfolgreicher Freistaat", sagte er. Sein Auftrag sei, "Sachsens Zukunft zu gestalten und unser Sachsen für alle Menschen, die hier leben, weiter zu einer guten Heimat zu machen". Nicht mehr um "nackte Kennzahlen" solle es fortan gehen, sondern um die Begeisterung für die Demokratie, die er bei den Sachsen neu wecken will. "Mit Kontinuität und Dynamik im Herzen Europas", so der Titel der ersten Regierungserklärung dieser Legislatur.

Tillich tippte mit Nachdruck auf die anstehende Neuordnung der Finanzbeziehungen zwischen Bund und Ländern. Die sächsische Stimme werde "bei den Verhandlungen zum Länderfinanzausgleich genauso konstruktiv wie deutlich vernehmbar" sein, kündigte der Regierungschef an.

Linken-Fraktionschef Rico Gebhardt sieht im schwarz-gelben Koalitionsvertrag reichlich Kontinuität, doch zu wenig Dynamik. AfD-Fraktionschefin Frauke Petry störte sich am neu geschaffenen Posten der Integrationsministerin Petra Köpping (SPD): "Das Geld wäre besser aufgehoben in den Kommunen."