Mit der Fraktionsvorstandswahl am Montag hat Sachsens SPD nach dem Wechsel in die Regierung ihre internen Machtverhältnisse neu geordnet. Dirk Panter führt die 18-köpfige Landtagsfraktion, die ihn am Vormittag einstimmig wählte. Der 40-jährige Leipziger übernimmt das Amt von Martin Dulig, der sich zurzeit auf der anderen Elbseite als Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr einarbeitet.

Im Gegenzug wird kündigte Panter nach der Wahl an, sein Amt als Generalsekretär demnächst abzugeben. Beide Tätigkeiten schlössen sich aus, sagte er. Ein neuer Generalsekretär müsste Anfang 2015 auf einem Sonderparteitag gewählt werden. Wann genau, steht noch nicht fest.

Indes, mit der Wahl zum Fraktionschef ist Dirk Panter als zweitmächtigster Mann der sächsischen Sozialdemokraten fest installiert. Er wolle "den Ministern den Rücken frei halten, damit sie Akzente setzen können". Denn auf die SPD wartet die Herausforderung, in den nächsten fünf Jahren neben dem deutlich stärkeren Koalitionspartner CDU wahrgenommen zu werden. "Unser Anspruch muss sein, die Qualität hochzuhalten", erklärte Panter am Montag. "Wir müssen einfach gut sein und eine Haltung an den Tag legen, die auch positiv ist zu dieser Koalition." Eben daran hatte es während der ersten CDU-SPD-Regierung zwischen 2005 und 2009 öfters gehapert. Dennoch: Die SPD-Seite müsse im koalitionären Miteinander "auch mal den Gewinn holen", um auf Dauer die Basis der Partei im Lande zu stärken.

Die lag zuletzt bei der Landtagswahl am 31. August bei 12,4 Prozent, was gegenüber den früheren Wahlen durchaus ein leichtes Plus ausmachte - doch gemessen am aufwendigen Wahlkampf und am starken Frontmann Martin Dulig eher enttäuschte. Aus einer derart indifferenten Situation in die Regierung zu starten, ist riskant. Deshalb haben Dulig und Panter die Genossen schon während der Koalitionsverhandlungen auf mehr Selbstbewusstsein eingeschworen: Ein starker Partner sein - doch dürfe "niemals unklar sein, ob man zur Koalition steht", wie Panter gestern betonte.

Der gelernte Verwaltungswissenschaftler ist weit 1998 in der SPD, ließ aber nach dem Studium in Leipzig die Parteikarriere liegen, stieg stattdessen bei JP Morgan Chase als Analyst und Associate ein. Nach sechs Businessjahren in London, New York und Frankfurt/Main kam er zurück nach Leipzig, und zurück zur Partei, der er bereits als Landesgeschäftsführer und Generalsekretär diente.

Bei der Arbeit in der Landtagsfraktion steht ihm ab sofort Dagmar Neukirch zur Seite. Die Sozialpolitikerin, die nicht wenige als Ministerin im schwarz-roten Kabinett auf dem Zettel hatten, wurde einstimmig zur Parlamentarischen Geschäftsführerin gewählt. Die 42-jährige Dresdnerin übernimmt die Aufgaben von Stefan Brangs, der als Staatssekretär ans Wirtschaftsministerium wechselt.