Herr Fleischer, gleich fünf Blitzgeräte gestern entlang der B 169 zwischen Domsdorf im Spree-Neiße-Kreis und Cottbus - ist das nicht übertrieben„
Nein, es geht uns darum, das Fahrverhalten der Autofahrer zu testen. Wie verhalten sie sich, nachdem sie gerade mit überhöhter Geschwindigkeit geblitzt worden sind“ Halten sie sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung oder rasen sie unbeeindruckt weiter„

Einige Autofahrer glauben, es geht eher darum, dass sie abgezockt werden sollen.
Gerade die Autofahrer, die sich darüber empören, sind doch diejenigen, die regelmäßig zu schnell fahren und damit sich und andere gefährden. Die Mehrheit der Autofahrer hat kein Problem mit der Aktion.

Was sind das für Leute, die regelmäßig zu schnell fahren“
Notorische Schnellfahrer eben. Querbeet sind alle Alters- und Bevölkerungsgruppen vertreten, Fahranfänger ebenso wie erfahrene Geschäftsleute.

Seit wann arbeitet die Polizei im Schutzbereich Cottbus/Spree-Neiße mit diesen Blitzer-Ketten„ Gibt es schon Erfahrungswerte“
Wir sind nicht die Einzigen, die das machen. In Märkisch-Oderland standen entlang der B 158 auf einer Strecke von 17 Kilometern zwölf Blitzer. Wir haben im vergangenen und auch in diesem Jahr schon entlang der B 97 zwischen Cottbus und Spremberg mehrere Blitzgeräte hintereinander eingesetzt. Das Ergebnis war erschreckend. Viele Autofahrer haben wir mehrfach geblitzt, weil sie sofort wieder Gas gegeben haben. Die scheinen unbelehrbar zu sein. Auf den neuen Überholspuren haben wir Geschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometer gemessen.

Das klingt, als hätten Sie mit dieser Methode nicht viel Wirkung erzielt.
Wir können diese Raserei doch nicht einfach hinnehmen, diese schrecklichen Unfälle mit Toten und Schwerverletzten. Wir müssen Einfluss nehmen auf solche Autofahrer.

Fallen aber die Strafen nicht übermäßig hart aus, wenn Autofahrer innerhalb weniger Minuten mehrfach geblitzt werden„ Da ist doch der Führerschein schnell weg.
Es wurden auch Führerscheine eingezogen, das stimmt. Das entscheiden aber nicht wir, sondern die Bußgeldstelle. Bußgelder und Fahrverbote haben sich die Schnellfahrer selbst zuzuschreiben.

Warum haben Sie sich gerade diese beiden Bundesstraßen ausgeguckt“
Das sind in unserem Schutzbereich die unfallträchtigsten Strecken. Auf der B 97 zwischen Cottbus und Spremberg gab es vergangenes Jahr 381 Unfälle mit 43 Verletzten und einem Toten. Auf der B 169 zwischen Cottbus und Domsdorf sind bei 183 Unfällen 43 Menschen verletzt worden.

Setzen sie die Strategie fort?
Ja, auch an Landstraßen, die Unfallschwerpunkte sind.

Mit BERNDT FLEISCHER sprach Daniel Preikschat