Herr Schulz, wie muss man sich Ihren Einsatz vorstellen?

Wir tanken den Panzer voll. Dieser hat ein Fassungsvermögen von 11 000 Litern - das reicht für etwa zehn Minuten. Wir fahren direkt in die Flammen rein. Neben dem Fahrer gibt es einen Techniker. Dieser steuert den Wasserstrahl, der mit einem Druck von zehn Bar in die Flammen schießt.

Danach geht es wieder raus, um zu tanken. Dann warten wir auf den nächsten Einsatz.

Wie groß ist die Angst, beispielsweise, dass Munition im Boden explodiert?

Dafür haben wir ja den Panzer - der hält was aus. Natürlich ist immer ein bisschen Angst dabei. Vor allem, bevor es losgeht. Aber wir haben einen Auftrag und den ziehen wir durch. Außerdem informieren wir uns über das Gelände.

Wird es sehr warm in dem Panzer, wenn Sie in den Brand reinfahren?

Ja, das wird schon richtig heiß - etwa 40 Grad. Darum gibt es eine Selbstkühlung. Im Einsatz berieselt sich der Panzer selbst durch Düsen an der Oberfläche des Fahrzeuges.

Wie ist es zu Ihrer Tätigkeit mit den Spezialfahrzeugen gekommen?

Die Gemeindefeuerwehren sollen nicht mehr in solche Gelände reinfahren, weil sie keine geschützten Fahrzeuge haben. Wir haben viel Spezialtechnik durch meine ursprüngliche Tätigkeit als gelernter Kraftwerksmeister im Strom-Leitungsbau. Mit dieser Technik haben wir der Feuerwehr mehrfach geholfen - auch bei Hochwasser. Gemeinsam mit dem Landkreis Teltow-Fläming haben wir dann auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Heidehof bei Jüterbog ein Pilotprojekt gestartet. Dort werden munitionsbelastete Heideflächen kontrolliert abgebrannt. Inzwischen ist einer unserer Panzer permanent im Kreis stationiert.

Zum Thema:
Im Boden lauernde Munition hat die Bekämpfung eines Waldbrandes zwischen Teupitz und Wünsdorf (Teltow-Fläming) enorm kompliziert gemacht. Nachdem die Flammen zunächst scheinbar unter Kontrolle waren, flackerten sie am Montagnachmittag wieder auf. Erneut musste der Feuerlöschpanzer zum Einsatz kommen.