"Hat die Kohlelobby oder haben die Klimaoligarchen um Herrn Gabriel und Mr. Al Gore Recht?" mit dieser polarisierenden Frage will Jens-Uwe Hoffmann den dritten Scheunentalk am Wochenende eröffnen. "Nachdem bereits in der letzten Ausgabe vom Scheunentalk Fragen nach der Zukunft der Lausitz laut wurden, holen wir die Debatte jetzt auf die Bühne", sagt der Moderator des Theaterevents. Wie werden wir im Jahr 2030 leben? Mit oder ohne Kohle? Kann die Lausitz einen kurzfristigen Kohleausstieg überhaupt überleben? Die demografische Entwicklung der Region zwingt die Verantwortlichen zur Suche nach neuen Wegen, um das Land auch künftig mit Wasser, Nahverkehr, Bildung und Ärzten versorgen zu können. Aber wie wollen wir in fünfzehn Jahren überhaupt leben und welche Weichen müssen jetzt gestellt werden? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, hat sich Jens-Uwe Hoffmann gleich vier Gäste in das Cottbuser Staatstheater eingeladen. Für die Kohlegegner sitzt Monika Schulz-Höpfner auf dem roten Stuhl. Die Vorsitzende des Kreistages Spree-Neiße gilt als die "prominenteste Kohle-Gegnerin in den Reihen der brandenburgischen CDU". "Natürlich hätte ich auch einen Abgeordneten von den Grünen einladen können", merkt Jens-Uwe Hoffmann an. "Aber gerade da Monika Schulz-Höpfner sich mit ihrer Meinung gegen die Parteiausrichtung stellt, finde ich sie sehr spannend." Über die Erfahrungen, die sie deswegen innerhalb der CDU gemacht hat, wird sie auch berichten. "Außerdem ist sie persönlich vom Kohleabbau betroffen", weiß der Moderator. "Sie wohnt in Atterwasch und sollte es mit dem Tagebau weitergehen, muss sie ihr Zuhause verlassen."

Die Gegenposition zu Schulz-Höpfner wird Ulrich Freese einnehmen. Der SPD-Bundestagsabgeordnete ist ein langjähriger Gewerkschaftssekretär der IG-Bergbau, Chemie und Energie. "Er tritt klar und deutlich für die Kohle in der Lausitz ein", sagt Jens-Uwe Hoffmann.

Da es in der Debatte aber nicht nur um Kohle gehen soll, nimmt Dr. Andreas Brakmann ebenfalls auf der Bühne Platz. Der Geschäftsführer des Carl-Thiem-Klinikums fordert Veränderungen in der Förderstrategie der Landesregierung, um mit dem CTK zukünftig die Verantwortung für die Region wahrnehmen zu können. "Als Geschäftsführer des Klinikums er wird außerdem dazu sprechen, wie die medizinische Versorgung 2030 im Land und in den Dörfern aussehen wird", so der Talkmaster.

Als Impulsgeber der Debatte um die Zukunft der Lausitz erwartet Jens-Uwe Hoffmann noch den Chefredakteur der LAUSITZER RUNDSCHAU, Johannes M. Fischer. "Mit der Serie Lausitz 2030 wollen wir Dampf in die Diskussion über die Zukunft der Lausitz bringen. Politiker denken leider oft nur noch von Legislaturperiode zu Legislaturperiode. Das reicht nicht aus, wenn die Region sich weiter entwickeln will. Wir müssen heute schon an übermorgen denken und vor allem handeln - erst recht, da das Ende der Kohle in Sicht kommt", so die Position des Chefredakteurs.

Mit diesen vier Gästen sind verschiedene Meinungen beim Scheunentalk vertreten. "Ich bin schon sehr gespannt. Das Thema ist doch sehr polarisierend", so Jens-Uwe Hoffmann. "Ich hoffe, dass ich die Emotionen zügeln kann." Als Moderator muss er natürlich neutral bleiben, aber privat hat auch Hoffmann seinen Standpunkt. "Ich unterscheide dabei bewusst zwischen Klimaschutz und Umweltschutz", sagt der frühere Leistungssportler. "Für den Umweltschutz können und sollten wir viel tun. Aber den Klimawandel können wir meiner Meinung nach nicht mehr aufhalten." Das Klima würde aus dem Weltall kommen und wir als Menschen können uns da nur anpassen: "Aber Fakt ist trotzdem, die Region muss es schaffen, den Strukturwandel anzugehen."

Daher wird auch gleich zu Beginn jeder Gast eine Aussage dazu machen, wie er sich die Lausitz im Jahr 2030 vorstellt. Und auch wenn Hoffmann schon mal pikst, ist ihm eines wichtig: "Wir sind keine Kampftalkshow der Marke Willner". Vielmehr gehe es darum, Persönlichkeiten aus Brandenburg, der Lausitz und Cottbus vorzustellen. "Ich möchte bekannte Leute noch bekannter und nicht so bekannte bekannt machen."

Für seine Zuschauer hat er am Samstag ab 20 Uhr in der Theaterscheune noch eine kleine Überraschung. "Frau Merkel und Herr Putin werden unsichtbar anwesend sein", schmunzelt er. "Mehr will ich noch nicht verraten. Es wird auf jeden Fall ein spannender Scheunentalk."

Zum Thema:
Alle Gastbeiträge und Analysen der Zukunftsdebatte "Lausitz 2030" sind kompakt auf der Internetseite der RUNDSCHAU nachzulesen. Mischen Sie sich ein: lr-online.de/lausitz2030