Angesichts des weiteren Ansturms von Flüchtlingen in Berlin wird deren Unterbringung imfrüheren Berliner Flughafen Tempelhof und anderen großen Gebäuden immer wahrscheinlicher. „Wir brauchen größere Unterbringungsmöglichkeiten in den nächsten Wochen, um die Aufgabe zu bewältigen - und dazu gehört eben auch eine mögliche Unterbringung dort in dem Flughafen“, sagte Sozial und Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) am Montag im RBB-Sender Radio Eins. „Ich halte keinen Standort, kein leerstehendes Gebäude, das dem Land gehört, für unrealistisch.“

Czaja betonte erneut: „Jedes landeseigene Objekt, insbesondere wenn es nicht dauerhaft genutzt wird, steht noch einmal zur Disposition und wird geprüft. Dazu gehört auch der Flughafen Tempelhof.“

Die Zahl der Flüchtlinge ist in den letzten beiden Monaten noch einmal derart stark angestiegen, dass weder die Zahl der Heimplätze reicht noch die Verwaltung mit der Registrierung und dem Flüchtlingsmanagement hinterherkommt. Czaja räumte ein: „Richtig ist, dass die Verwaltung an die Grenzen ihrer Arbeitsfähigkeit gekommen ist und an vielen Stellen die Unterstützung durch Ehrenamtliche zwingend erforderlich ist.“

Man habe aber in den letzten zwei Wochen über 2800 zusätzliche Unterkunftsplätze geschaffen und die Versorgung am Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso), der zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber, deutlich verbessert. Die zusätzlichen 200 Beamten aus anderen Verwaltungen würden jetzt zugeteilt und eingewiesen.