Viele Flüchtlingskinder sind traumatisiert und sprechen kaum Deutsch. In Sachsen sollen sogenannte Willkommenskitas helfen.

Dafür werden Kitas in Sachsen durch die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) mit Schulungen für das Personal, Beratern vor Ort und dem Aufbau von Netzwerken bei der Aufnahme von Flüchtlingskindern unterstützt . "Damit sich die Kinder wohlfühlen und am Alltag teilhaben können", sagte DKJS-Projektleiter Axel Möller in Dresden. Bei den "Willkommenskitas" handelt es sich nach Angaben der Stiftung um ein bundesweit einzigartiges Modellprojekt.

Bei der Ausschreibung für die Projektteilnahme hatten sich bis Ende August insgesamt 34 Kitas aus ganz Sachsen beworben. Ausgewählt wurden zunächst vier Einrichtungen - fast alle aus dem ländlichen Raum. Die Modellkitas liegen in Gröditz (Landkreis Meißen), Ehrenfriedersdorf (Erzgebirge), Striegistal (Mittelsachsen) und Hoyerswerda.

Finanziert wird das Programm vom sächsischen Innenministerium sowie dem Kultusministerium. Bis Ende 2014 sind vorerst 45 000 Euro eingeplant, das Projekt soll bis 2017 laufen.

Nahezu jeder vierte Flüchtling ist jünger als 14 Jahre, rund 14 Prozent sind jünger als sechs Jahre. In der Regel bleiben Flüchtlinge drei Monate in den Erstaufnahmeeinrichtungen, bevor sie auf die Kommunen verteilt werden. Erst dann dürfen ihre Kinder auch einen Kindergarten besuchen.

"Die Kinder leben oft in einer Situation, die nicht besonders kindgerecht ist", sagt Möller. Es gebe in den Wohnheimen kaum Raum zum Spielen und kaum Rückzugsorte für die Familie. Zudem kämpften viele Kinder mit traumatischen Erlebnissen. Für die Kitas sind die Kleinen eine Herausforderung, mit der sie schnell überfordert sein können. "Wichtig ist es, dass sie sich nicht alleingelassen fühlen", sagte Möller. Das Projekt "Willkommenskitas" schickt deshalb Coaches in die Einrichtungen, die sich die Situation anschauen. Zudem stehen Fortbildungen für die Erzieher auf dem Programm, unter anderem in interkultureller Pädagogik.