Castro schimpfte, fluchte und polterte. So sehr, dass er angeblich erkrankte, schreiben seine Biografen. "Nikita, Du kleine Schwuchtel, geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen" - mit dieser rüden Version eines Sprichwortes machten die Kubaner ihre Wut deutlich, erinnern sich Zeitzeugen. Vor allem Studenten sollen dies auf Geheiß Castros gerufen haben. Der Revolutionsführer hatte in einem Fünf-Punkte-Plan seine Bedingungen für eine Übereinkunft ausgearbeitet, darunter eine Rückgabe der US-Militärbasis Guantánamo und eine Aufhebung des US-Embargos. Von der Einigung Chruschtschows mit Washington erfuhr er erst, nachdem die Nachricht von sowjetischen Medien verbreitet worden war. Über die Details ließ der Kremlchef Castro im Dunkeln.

Die diplomatische Niederlage in der Kubakrise 1962 bedeutet für Nikita Chruschtschow den Anfang vom Ende seiner politischen Karriere. Zwei Jahre später wird der Maschinenschlosser von Leonid Breschnew gestürzt - und gilt in seinen letzten Lebensjahren als "Unperson", die aus dem öffentlichen Leben verbannt ist. Als einzigem Führer der Kommunistischen Partei wurde Chruschtschow (1894-1971) ein Platz auf dem Ehrenfriedhof an der Kremlmauer verweigert.