"Märkische Verlässlichkeit gepaart mit Innovation - das ist die Brandenburger Wirtschaft. Und davon legt der Zukunftspreis Zeugnis ab." Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) bekannte sich am gestrigen Freitag dazu, den Zukunftspreis Brandenburg "über alles zu schätzen".

Angesichts des intensiven Wettbewerbs in vielen Branchen müsse man stets nachdenken, "wie wir morgen besser sein können als heute", sagte der Ministerpräsident bei der Festveranstaltung zur Verleihung des Preises in Neuhardenberg (Märkisch-Oderland). Und die Ehrung belege Jahr für Jahr, wie viele märkische Unternehmen es gebe, die sich stetig weiterentwickelten, die immer aufs Neue innovativ seien. "Und das gilt für die Hochtechnologie genauso wie für das Handwerk", so Woidke.

Der Präsident der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg, Ulrich Müller, betonte, dass die Unternehmen in den vergangenen 25 Jahren "ein wichtiger Entwicklungsmotor des Landes" gewesen seien. Allerdings werde "viel zu selten das Scheinwerferlicht auf die Betriebe gerichtet". Der Zukunftspreis sorge dafür, dass die Öffentlichkeit mehr davon erfahre, was in der Wirtschaft vorgehe, was hier geleistet werde.

Dass Wissenschaft und Handwerk zusammenpassen, belegt die Firma T & T medilogic Medizintechnik aus Schönefeld (Dahme-Spreewald). Die kümmert sich darum herauszufinden, wo den Menschen im eigentlichen Wortsinn der Schuh drückt. Dietmar Woidke führte auf der Bühne vor, wie innerhalb kurzer Zeit mit dem entwickelten System herauszufinden ist, wo etwas beim Laufen nicht stimmt. Auch wenn beim Ministerpräsidenten dann alles in Ordnung war: Geschäftsführer Heiko Tober kann sich weiter auf gute Geschäfte freuen: "90 Prozent der Erwachsenen haben Probleme mit den Füßen."

Arbeitsministerin Diana Golze (Linke) lobt die L. Dietze & Sohn Fördertechnik aus Schorfheide/OT Finowfurt (Barnim) für 135 Jahre erfolgreiche Arbeit. Das Unternehmen werde in der vierten Generation geführt - "und die fünfte Generation steht in den Startlöchern". Die Firma verstehe die Kunden, unterstütze das Ehrenamt und - das war der Arbeitsministerin besonders wichtig - sei vorbildlich in Sachen Arbeitsschutz - obwohl man etwa Gabelstaplerwettbewerbe durchführe.

Eine im wahrsten Sinne des Wortes fantastische Erfolgsgeschichte hat Elbenwald aus Cottbus vorzuweisen: Wenn drei Studenten verrückt nach "Herr der Ringe" sind, und unbedingt möglichst viele Fanartikel unter Gleichgesinnte bringen wollen, kann daraus nämlich eine überaus erfolgreiche Geschäftsidee werden. Aus einem vor 15 Jahren gegründeten Liebhaberprojekt ist so mit der Elbenwald GmbH der größte Anbieter für Fantasy-Artikel geworden, der längst auch Fans etwa von "Harry Potter", "Star Wars", "Game of Thrones" oder auch des Computerspiels "World of Warcraft" bedient. Und sich Elbenwald vom reinen Onlinehändler hin in die reale Einzelhandelswelt entwickelt hat - mit bundesweit inzwischen 13 Filialen. Wo man T-Shirts und Kaffeetassen genauso wie Zauberstäbe, Streitäxte und Umhänge bekommen kann. Aus dem Drei-Fans-Projekt ist unterdessen eine 160-Mann-Belegschaft geworden, die immer mehr Fantasy-Freunde mit möglichst authentischen, qualitativ hochwertigen Artikeln rund um die fantastischen Welten aus Film und Computerspiel versorgt.

Und so belegte auch der Zukunftspreis 2015 - die Brandenburger Wirtschaft ist innovativ - und bunt.

Das RUNDSCHAU-Magazin

zum Zukunftspreis Brandenburg:

www.lr-online.de/magazine/

magazine/art97359,5227308

Zum Thema:
BEFA Belziger Fahrzeugbau, Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark); Dachbleche24, Wriezen (Märkisch-Oderland); EBK Krüger, Teltow (Potsdam-Mittelmark); Elbenwald, Cottbus; Geldner Möbeltischlerei, Müncheberg (Märkisch-Oderland); L. Dietze & Sohn Fördertechnik, Schorfheide/OT Finowfurt (Barnim); Stahlwasserbau Beeskow, Beeskow (Oder-Spree); T & T medilogic Medizintechnik, Schönefeld (Dahme-Spreewald). Sonderpreis: Heiner van de Loo, Geschäftsführer des Zahnradwerkes Pritzwalk (Prignitz).